depot für kinder

Warum es sinnvoll ist, ein Depot für Kinder zu eröffnen

Bist du auf der Suche nach einer Geldanlage für dein Kind? Dann willst du bestimmt wissen, wie du das am klügsten machst.

Vielleicht willst du für dein Kind kein Risiko eingehen. Das ist verständlich. Doch gerade für Kinder ist ein Investment an der Börse, das stark schwankt, passend. Der Zeithorizont von mindestens 15 Jahren ist so lange, dass sich Dank des Zinseszinses ein Kinderdepot richtig lohnt. Falls dazwischen eine Krise eintritt, dann erholt sich die Wirtschaft auch sehr wahrscheinlich innerhalb dieser Zeit und das Kinderdepot legt ordentlich an Wert zu. An der Börse gibt es keine Garantie. Über einen langen Zeithorizont und mit einem diversen Investment lässt sich das Risiko sich jedoch gut reduzieren.

Dein Kind kann auch viel über eine kluge Geldanlage vom Kinderdepot lernen. Du siehst, es hat richtig viele Vorteile.

Vor Depoteröffnung stellt sich auch die Frage: „Ist es sinnvoller, das Depot auf meinen Namen oder auf den Namen meines Kindes zu eröffnen?“ Die Frage ist nicht einfach und für jeden gleich zu beantworten. Es gibt jedenfalls viel zu beachten.


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Es hat steuerliche Vorteile, wenn du ein Depot für Kinder eröffnest

Denn dann kannst du den Steuerfreibetrag von derzeit 801 EUR pro Jahr nutzen, der jedem Kind zusteht. Du kannst also Gewinne von bis zu 801 EUR pro Jahr pro Kind steuerfrei mitnehmen. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung für Kinder, die alle 3 Jahre erneuert werden muss, sind sogar in 2020 bis zu 10.245 EUR Einkommen über Zinsen und Dividenden pro Jahr steuerfrei.

Ein Beispiel: Der MSCI World hat eine durchschnittliche Rendite von 4,8% p.a. erreicht in den letzten 15 Jahren von 2004 bis 2019. Bis zu einem Investment in Aktien von 16.687 EUR erhält dein Kind also steuerfrei den Gewinn von 801 EUR pro Jahr. Gehen die Gewinne darüber hinaus, würde eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll sein für dein Kind.

Bleiben wir in dem Beispiel: Würde das Depot auf deinen Namen lauten, müsstest du von den 801 EUR Gewinn wieder mindestens 25% oder 200 EUR Abgeltungssteuer an das Finanzamt überweisen, wenn du deinen Freibetrag von 801 EUR (bzw 1.602 € beim Ehepaar) schon ausgeschöpft hast. Bei vielen Einkommen kommt sogar noch den Solidaritätsbeitrag oben drauf. Die Kirchensteuer ist zusätzlich anzurechnen, wenn das für dich zutrifft.

Depot für Kinder: Dein Kind darf selbst darüber verfügen, wenn es 18 ist

Es könnte sein, dass es die sorgsam ersparte Geldanlage für Luxus aus dem Fenster wirft oder nicht den angedachten Ausbildungsweg gehen möchte. Wenn du dich bei dem Gedanken nicht wohl fühlst, dann eröffne das Depot lieber auf deinen Namen und nimm die Steuerzahlungen jedes Jahr in Kauf.

Es ist jedenfalls nicht ratsam, ständig mißtrauisch alle Ausgaben des Kindes zu beobachten und ein mulmiges Gefühl bei den Gedanken zu bekommen, was es wohl mit viel Geld machen würde, sobald es volljährig ist. Ein kluger Umgang mit Geld will erst gelernt werden. Ohne Druck.

Startest du mit der finanziellen Bildung deines Kindes früh und bist zuversichtlich, dass es dich als Vorbild sieht, kannst du vielleicht auch darauf vertrauen, dass es später einmal kluge Finanzentscheidungen trifft. Eine Garantie dafür gibt es jedenfalls nicht.

Der Effekt des Depots für Kinder auf Bafög und die Krankenversicherung

Dein Kind kann nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung mitversichert sein, wenn seine Einkünfte 445 Euro pro Monat nicht über­schreiten. Da müssten es jedoch schon ein Vermögen um die 80.000€ in Aktien besitzen, das in dem Jahr eine hohe Rendite von 7% p.a. erreicht.

Die Bafög könnte später, bei Studienbeginn teilweise oder ganz reduziert werden, wenn dein Kind mehr als 7.500 EUR besitzt – das ist die Grenze derzeit.

Ich habe meine Entscheidung für ein Depot auf den Namen meines Kindes nicht von diesen Rahmenbedingungen abhängig gemacht. Die können sich über die Jahre ändern.

Vertraue auf dein Bauchgefühl. Entscheidend bleibt die Frage: Fühle ich mich wohl dabei, wenn mein Kind über das Geld selbst entscheiden darf, sobald es 18 ist?

Welche Depots für Kinder gibt es?

Möchtest du ein Kinderdepot, bieten sich folgende Depots an zu vergleichsweise günstigen Preisen (Unter 12 Euro Gebühren pro Jahr bei einem monatlichen Sparplan von 50 Euro):

Das Consorsbank Traderkonto für junge Leute*

finvesto Depot U18*

Das kostenlose Direkt-Depot der ING!*

Netbank Anlagekonto*

Was ist bei der Eröffnung des Kinderdepots zu beachten?

Ein Depot auf den Namen deines Kindes zu eröffnen ist nicht so simpel. Dafür müssen viele Formulare von beiden Elternteilen ünterschrieben werden. Hauptsächlich geht es darum, dass euch bewusst ist, welches erhöhte Risiko mit einer Geldanlage in Aktien einhergeht. Zusätzlich benötigst du für die Eröffnung die Steuer ID deines Kindes.

Nach Unterzeichnung müssen beide Erziehungsberechtigte gleichzeitig ihre Identität mit einem Ausweis bestätigen entweder bei der Post oder einem Partner der Post (PostIdent-Verfahren) oder bei der depotführenden Bank mit Filialgeschäft. Das ist mit dem hektischen Familienalltag oft schwer unter einen Hut zu bringen. Es lohnt sich aber allemal.


Wie habt ihr euch entschieden? Depot auf den Namen eures Kindes oder auf euren Namen?


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4 Kommentare

  1. Hallo Eva,

    Danke für den Post mit den Infos. Das Thema wird und würde ja auch schon auf anderen Blogs diskutiert (bspw. bei Nico von Finanzglück). Wir haben für unsere Tochter ein Depot bei ebase eröffnet. Aus unserer Sicht bietet es den Vorteil, dass
    1. das Depot als Minderjährigen-Depot kostenlos ist
    2. dort sehr viele ETFs zu erwerben sind
    3. (Aktuell) pauschal 0,20% Transkationskosten erhoben werden. Das ist v.a. bei kleinen regelmäßigen Sparraten sehr günstig.

    Wir haben das Depot auf den Namen unserer Tochter eröffnet. Ich hoffe, wir schaffen es, bis zum Erreichen der Volljährigkeit den Mindset im Kontext Geld- und Finanzbildung und -Umgang entsprechend zu entwickeln. Auf der anderen Seite habe ich immer wieder die Sorge, dass es nicht klappen könnte und ja auch noch Peers und andere Lebensumstände einen Steich durch die Planung machen könnten.

    Wir haben uns bewusst ausschüttende ETFs entschieden. So wird über Jahre eine gewisse Steuerersparnis erreicht und zukünftige Veräußerungsgewinne durch die regelmäßigen Ausschüttungen im Vorfeld geschmälert.

    Wie handhabt ihr das mit euren Lütten?
    LG Pete

    1. Hallo Pete,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Tatsächlich finde ich die Frage nicht einfach zu beantworten. Derzeit haben wir es so gelöst, dass in meinem Depot noch die ETFs für unsere Kinder liegen. Aus folgenden Gründen:

      1) Meine depotführende Bank, bei der ich auch mein Girokonto habe, bietet keine Jugenddepots an. Ich habe ein Girokonto bei der Sparda und folglich das Depot beim Genobroker. Die Depotgebühren sind vergleichbar mit der Comdirekt, also günstig, und das Verrechnungskonto ist gleich mein Girokonto. Das finde ich praktisch. Alles habe ich eröffnet, bevor die Kinder da waren. Würde ich es jetzt nochmal machen, würde ich wohl einen Anbieter wählen, der auch Kinderdepots anbietet.

      2) Unsere Kinder erhalten zu Weihnachten und Geburtstagen Geldgeschenke, da wir unsere Verwandten gebeten haben, nur wenig, aber dafür Ausgewähltes zu Verschenken. Daher sind die Zahlungseingänge also nicht regelmäßig. Wir selbst zahlen nicht auf die Kinder-ETFs ein, da der Betrag sonst gefühlt zu groß wäre über die Jahre.

      3) Wir haben uns für die ganze Familie für thesaurierende ETFs entschieden. Das ist ja Geschmackssache. Mein Gedanke dabei ist, dass wir und die Kleinen gerade Vermögen aufbauen wollen, und das sollte mit dem Reinvestieren besser klappen.
      Dein Ansatz mit dem ausschüttenden ETF für Kinder und dem Steuern sparen ist jedenfalls genial!

      4) Unsere Kinder sind noch klein mit 1,5 und 4,5 Jahren. Ich sehe auf jeden Fall die vielen Vorteile, wenn sie auf einem von meinem Depot getrennten Depot, ihrem eigenen Depot, ihre Aktieninvestments verfolgen können, Krisen unmittelbar erleben und erkennen, dass es trotzdem lohnt, am Ball zu bleiben. Jetzt sind sie jedoch noch etwas zu klein dafür. Sobald das gefühlt besser klappt, eröffne ich dann auch ein Depot für sie und ziehe wohl selbst mit dem ganzen Gedöns von mir auch dorthin.

      Fazit: Ich finde es einfach besser, nicht zu viele Verrechnungskonten und Depots unter verschiedenen Anbietern zu haben. Das erschwert die monatliche Abrechnung und die Steuererklärung. Gleichzeitig scheue ich die Verwaltungsarbeit eines Depotumzugs.

      Wenn die Kleinen alt genug sind und profitieren würden von einem besseren Lerneffekt, dann nehme ich den ganzen Umzug in Kauf.

      Unsere Kinder werden zu ihrem achtzehnten Geburtstag wohl ein gutes Startpaket bekommen für Ausbildung und Weltreise (hoffentlich) oder einen Kleinwagen (hoffentlich nicht), doch nicht übermäßig in Reichtum schwimmen. Bestimmt werden wir auch über den 18. Geburtstag hinaus unter die Arme greifen mit monatlichen Zuschüssen.

      Doch alles hat natürlich seine Grenzen. Schließlich sollen sie später mal nicht uns unterstützen müssen, wenn uns in der Rente mal das Geld ausgeht.

      Konnte ich etwas mehr Klarheit einbringen?

      Viele Grüße, Eva

  2. Hallo Eva,

    Ja, ich glaube, da gibt es kein richtig oder falsch. Im Rückspiegel wird man immer wissen, welche Entscheidungen weise und welche einfach falsch waren.

    Ich muss sagen, dass das Managen diverser Konten und Depots dank guter Online-Portale und Verknüpfungen (bspw. auch ING und DKB) für uns eher keinen so großen Mehraufwand darstellen.

    Und: „Dank“ (Achtung, Ironie!) Übernahme der DAB haben wir schon mal das Thema Depotübertrag bei unserer Tochter durchgespielt. Retrospektiv ziemlich großer (zeitlich, nervlich und von den Formalien her) Aufwand. Auf keinen Fall vergleichbar mit dem Wechsel des Energielieferanten etc. Auf der anderen Seite, wissen wir jetzt, auf was zu achten ist und sind bei einem erneuten Wechsel gewappnet.

    Die Ausschütter haben wir nur für unsere Tochter ausgewählt. Wir selber sind v.a. in Thessaurierer investiert. Aber: sicher ist bekanntlich ja nur die Veränderung. Als wir mit ETFs vor einigen Jahren gestartet sind, haben wir viele von Comstage-ETFs ausgesucht. Dann kam bei Comstage vor 2-3 Jahren der Wechsel von thesaurierend auf ausschüttend. Und 2019 wurde die Sparte von Lyxor aufgekauft. Jetzt werden die ETFs verschmolzen. Fazit: von Zeit zu Zeit wird sich immer was ändern.

    Unser Wunsch wäre es, daß wir unsere Tochter vom Bild der goldenen Gans (bspw. Hund Namens Money) begeistern können: keine Liquidierung der Anlagen, sondern schönes regelmäßiges Zubrot in Form von Ausschüttungen für den Alltag, Ausbildung, Reise oder gerne auch zum weiteren Sparen / Anlegen, um die goldene Gans noch weiter zu füttern und regelmäßiges Renalancing zu unterstützen.

    LG – Pete

    1. Hallo Pete,

      genau, dann finde ich deinen Ansatz so großartig mit dem ausschüttendem Fonds. Dabei lernen die Kinder viel. (Goldene Gans).

      Uff, dann hast du ja (gezwungenermaßen) richtig viel Erfahrung mit Depotwechsel. Kommt vielleicht auch noch auf uns zu, mal schauen.

      2 Anmerkungen habe ich zu meinem Kommentar, da der nicht ganz genau war:
      Seit 2018 wird ja ein ausschüttender oder thesaurierender Fonds mit Dividenden/Zinsen bei der Steuer gleich behandelt. Also wäre die Steuer von mir kein Argument.

      Und ich habe erfahren, dass der Genobroker mittlerweile Depots für Minderjährige anbietet. Dann mache ich mich mal auf den Weg zum Postamt und eröffne zwei Depots für unsere Kinder 🙂

      Liebe Grüße, Eva

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