Wie viel Geld sollte man sparen und wann ist genug?

wie viel geld sollte man sparen

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Viele fragen sich, wie viel Geld sie sparen sollten jeden Monat. Manche befürchten, dass sie wieder zu viel ausgegeben haben. Das schlechte Gewissen rührt sich. So wird das wohl nichts mit der Altersvorsorge, oder?

Dann gibt es noch welche, die ein konkretes Sparziel vor Augen haben. Kennst du einmal dein Ziel, weißt du natürlich genau, wie viel du sparen solltest, um es zu erreichen.

Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.

 Lucius Annaeus Seneca

Zu Beginn habe ich ohne Ziel gespart. Wenn etwas Geld am Monatsende übrig geblieben ist, dann ließ ich es einfach am Konto. Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass das nicht besonders gut geklappt hat. Das Geld war jederzeit verfügbar und ich habe es für Unnötiges verprasst.

Seitdem ich ein Haushaltsbuch führe und mich mit meinen Finanzen beschäftige, wurde mir Schritt-für-Schritt klar, welche Ziele ich mit Geld eigentlich erreichen kann. Von einer einfachen Altersvorsorge, dem Eigenheim, Unabhängigkeit vom Partner bis zur Frührente in Südfrankreich ist alles theoretisch möglich. Deswegen empfehle ich auch dir, zumindest über 3 Monate ein Haushaltsbuch zu führen und deine Ausgaben zu kennen.

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Der nächste Schritt ist berechnen, wie viel Geld du bis wann besitzen musst, um dein Ziel zu erreichen. Dafür habe ich mir eine bestimmte Sparquote gesetzt. Diesen Sparbetrag überweise ich nun automatisch am Anfang jeden Monats auf mein Depot und kaufe dafür ETFs. Das ist die effektivste Methode, um langfristig Vermögen aufzubauen. Ist das Geld einmal vom Konto weg, kann ich es nicht mehr konsumieren und ich nähere mich meinem Ziel.

Vielleicht kannst du es ja ähnlich angehen. Anstatt zu fragen: “Wie viel soll ich sparen?” könntest du überlegen, welches Ziel du erreichen willst. Daraus kannst du deine persönliche Sparquote berechnen.

Wie viel du sparen solltest, um einen Notgroschen aufzubauen

Mit einem Notgroschen auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto kannst du unvorhergesehene Kosten bezahlen. Der Notgroschen sollte jederzeit verfügbar sein. Geht deine Waschmaschine kaputt oder muss dein Auto zur Reparatur, hast du immer etwas Geld und musst nicht gleich einen Kredit aufnehmen.

Je nach Lebenslage und Sicherheitsbedürfnis kann dein Notgroschen unterschiedlich hoch sein. Als alleinstehende Mieterin reichen dir als Polster vielleicht das 3-fache deiner monatlichen Ausgaben. Wenn du Hausbesitzerin bist oder minderjährige Kinder von dir abhängig sind, solltest du mindestens das 6-fache deiner monatlichen Ausgaben zur Seite legen. Bist du noch dazu selbstständig oder prekär beschäftigt, ist das 12-fache deiner monatlichen Ausgaben als Notgroschen zu empfehlen. Das kommt ganz auf dein persönliches Sicherheitsbedürfnis an.

Für das Eigenheim sparen als finanzielles Ziel

Viele wünschen sich ein Eigenheim. Banken verlangen 20 % -25 % an Eigenkapital auf den Kaufpreis inklusive Nebenkosten, um wirklich attraktive Zinsen zu gewähren. Wenn du das Eigenheim in den nächsten 5 Jahren kaufen möchtest, dann eignet sich ein Investment an der Börse nicht. Die Kurse könnten in der kurzen Zeit fallen. Sinnvoller wäre es, entweder ein Festgeldkonto oder Staatsanleihen von höchster Bonität zu kaufen. Die Zinsen sind zwar sehr gering oder negativ, doch wenigstens schwankt dein Geld nicht. Nun ist es einfach: Dividiere dein gewünschtes Eigenkapital durch die Monate, die du noch sparen kannst. Nun hast du dein monatliches Sparziel.

Beispiel: Dein Haus kostet inklusive aller Nebengebühren 550.000 Euro. Um gute Konditionen bei der Bank zu bekommen und um ein nicht zu hohes Risiko einzugehen bei der Kreditaufnahme, möchtest du 20 % an Eigenkapital ansparen. Das sind 110.000 Euro. Du besitzt bereits 50.000 Euro und hast noch 5 Jahre oder 60 Monate Zeit zu sparen. Dann solltest du 110.000 Euro – 50.000 Euro = 60.000 Euro dividiert durch 60 Monate = 1.000 Euro jeden Monat sparen.

Die wenigsten können sich ein Eigenheim alleine kaufen. Das Sparen für das Eigenkapital fällt auch leichter zu zweit. Ihr könnt dann im Grundbuch mit dem Notar eintragen, wer wie viel eingebracht hat für den Kauf. Wichtig beim gemeinsamen Eigenheimkauf ist, dass ihr auch gemeinsam im Grundbuch steht. Nur dann gehört beiden die Immobilie und keiner kann den anderen bei einer Trennung vor die Türe setzen.

Für das Alter vorsorgen als Sparziel

Mein finanzielles Ziel war lange Zeit eine vernünftige Altersvorsorge. Wie viel sollte man dafür sparen? In der Rente brauchst du wahrscheinlich nur noch 80 % deines jetzigen Nettogehaltes. Die staatliche Rentenversicherung wird dafür nicht reichen. Für die Jahrgänge um 1975 und jünger deckt sie nur noch ca. 50 % des bisherigen Nettoeinkommens ab. Aber auch nur, wenn du über 45 Jahre gearbeitet hast bei einem Durchschnittseinkommen von 40.000 € brutto pro Jahr! Welche Mutter kann schon 45 Arbeitsjahre bei dem Gehalt vorweisen? Kein Wunder, das die durchschnittliche Rente einer Frau nur 800 Euro betrug in 2019. Wir müssen also privat vorsorgen.

Bei einem langen Zeithorizont von über 15-20 Jahren wähle ich ein Investment an der Börse mit ETFs. Mindestens 15 % des Nettoeinkommens lege ich für meine Altersvorsorge zur Seite. Somit werde ich, zusammen mit der gesetzlichen Rente, meinen Lebensstandard später halten können. Das entspricht auch der einfachen Faustregel, um die Rentenlücke zu schließen. Falls du erst mit 35 oder 40 Jahren zu sparen und investieren begonnen hast, dann solltest du mindestens 20 % deines Nettoeinkommens für die Altersvorsorge zur Seite legen.

Wenn dir das jetzt sehr viel erscheint: Dann spare weniger! Wenn du zumindest 10 % oder auch nur 5 % zur Seite legen kannst von deinem Nettoeinkommen jeden Monat, ist das schon ein guter Start für deine Altersvorsorge.

Wichtig ist jedenfalls ein Investment in ETFs. Der Kaufkraftverlust von 2 % pro Jahr würde sonst an deinem Gesparten nagen. Nach 35 Jahren wäre es wahrscheinlich nur noch die Hälfte wert, wenn du es am Konto liegen lässt. Und bei so einer langen Laufzeit kannst du zwischenzeitlich einen Kursrückgang aussitzen.

Mittlerweile steht meine Altersvorsorge auf sicheren Beinen. Ich kann einen Haken dahinter machen. Mit ETFs und einem langen Zeithorizont für dein Investment kannst auch du das schaffen.

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Bekannt aus:

Wie viel Geld sollte man sparen, um früher in Rente gehen zu können?

Weniger als 630.000 Deutsche müssen nicht mehr arbeiten. Sie leben von Mieteinnahmen, Zinsen oder Dividenden. Sie sind finanziell frei. Klingt doch ziemlich verlockend, oder? Willst du das aus eigener Kraft schaffen, ist eine hohe Spardisziplin und ein hohes Einkommen nötig. Praktisch schaffen das wenige Angestellte. Diese finanzielle Freiheit bleibt wohl ein Privileg von erfolgreichen Unternehmensgründerinnen. Aber versuchen wir es mal mit einem Rechenbeispiel:

Nach einer vereinfachten 4 %-Regel der Frugalisten, kannst du jedes Jahr 4 % deines Kapitals entnehmen über 30 Jahre, ohne dass es schrumpft. Jetzt kannst du dir einfach ausrechnen, wie viel du brauchst, um finanziell frei zu werden.

Angenommen, du benötigst jeden Monat 2.000 Euro netto, das sind 24.000 Euro im Jahr. 24.000 Euro dividiert durch 4 % machen 600.000 Euro. Du brauchst also 600.000 Euro, um finanziell frei zu sein.

Mir wäre das zu sehr auf Kante genäht. Persönlich würde ich mich erst wohlfühlen bei einer 3,5 % Kapitalentnahme pro Jahr. Sollte ich 24.000 Euro jedes Jahr benötigen, müsste ich über 685.000 Euro sparen. Ist natürlich eine ganze Stange Geld. Doch warum solltest du das nicht schaffen?

Rechner: Wann bin ich finanziell frei?

Hier habe ich einen Rechner erstellt für dich. Damit kannst du berechnen, wie viel Kapital du benötigst, um finanziell frei zu sein. Der ist natürlich stark vereinfacht. Wenn du dich eingehender mit dieser Thematik beschäftigen möchtest, kann ich dir nur den Artikel von finanzen-erklaert.de empfehlen. Die Aktienkurse schwanken, wie du weißt, beträchtlich und daher kannst du nicht mit einer durchschnittlichen Rendite pro Jahr planen. (Sequence of Return Risk oder Renditereihenfolgenrisiko). Dazu kommt: Je jünger du in Rente gehen möchtest, desto geringer sollte deine jährliche Entnahme sein.



Monatliche Sparrate ermitteln, um früher in Rente zu gehen

Der Sparrechner von Zinsen-berechnen.de zeigt, wie viel du jeden Monat sparen müsstest für die finanzielle Freiheit.

  1. Als Beispiel habe ich hier ein Anfangskapital von 50.000 Euro eingetippt.
  2. Hier gibst du an, dass du die Sparrate berechnen möchtest.
  3. Verwende einen Zinssatz von 5 %. Das ist eine realistische, reale Rendite eines Investments in ETFs pro Jahr über einen langen Zeitraum.
  4. Anlegezeit im Beispiel sind 20 Jahre. Bis dahin möchtest du finanziell frei sein.
  5. Endkapital sind die gewünschten 685.000 Euro.

Nicht zu vergessen die Steuern, die musst du auch noch auf die Gewinne zahlen. Macht über 1.600 Euro Sparrate pro Monat (im Screenshot blau umrandet).

Sobald du die gewünschten 685.000 Euro gespart und investiert hättest, könntest du jedes Jahr 24.000 Euro entnehmen, ohne dass das Grundkapital geringer wird. Selbst, wenn die Inflation nach ein paar Jahren einsetzt und du mehr Geld brauchst. Dann entnimm einfach etwas mehr. Der Puffer ist groß genug.

Eine lebenslange Rente mit Klasse Essen und einem Miethäuschen in Südfrankreich ist so möglich – und deine Kinder erben auch noch was.

Fazit:

Wie viel du jeden Monat sparen sollst, hängt davon ab, welches Ziel du verfolgst. Jeder hat andere Ziele. Ob du nun für dein Alter vorsorgen möchtest, deinen Notgroschen auffüllen willst, ein Eigenheim kaufen möchtest oder planst, früher in Rente zu gehen.

Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, verdienen weniger und können daher schwerer Vermögen aufbauen. In dem Fall hilft ein Kontenmodell, das die unbezahlte Care-Arbeit in der Familie ausgleicht. Um für das Alter selbstständig vorzusorgen, ist es jedenfalls anzuraten, nicht zu lange in Teilzeit zu arbeiten und kräftig zu sparen. Das klappt nur über einen Konsumverzicht über viele Jahre. Wenn du dein Sparziel kennst, dann wird es dir womöglich leichter fallen, diszipliniert zu bleiben.

Vielleicht ist es so realistisch, 10 % oder besser 15 % deines Nettoeinkommens zu sparen. Finanziell frei werden wenige, das Ziel ist auch wirklich schwierig zu erreichen. Der erste Schritt dahin ist, sich dein Ziel vorzustellen.

Bei allen langfristigen Zielen gilt: Nicht nur sparen, sondern investieren! Sonst wird das nichts mit dem Vermögensaufbau.


Was ist dein Sparziel und wie viel musst du dafür monatlich zur Seite legen? Über dein Kommentar darüber freue ich mich schon.

Anmerkung: Bei der durchschnittlichen Rente der Frau habe ich noch 20 % Steuern abgezogen. Das trifft bei einer so geringen Rente nicht zu wegen dem Grundfreibetrag.

  • “Kein Wunder, das die durchschnittliche Rente einer Frau nur 800 Euro betrug in 2019. Davon werden noch mal 20 % an Steuern fällig.”

    Der Grundfreibetrag liegt für 2019 bei 9.168€ (2021 bei 9.744€), welche Steuer ist hier gemeint?

    Gruß
    Chris

  • Also bis auf den Teil mit dem Rentenbashing ganz guter Artikel.
    Bitte auch die Hintergründe aufnehmen, warum Mütter so wenig Rente zahlen:
    Diejenigen, die jetzt in Rente sind, kommen aus einer Generation, in denen es Standard war, dass der Ehemann Vollzeit arbeitet, während sich die Ehefrau um Kinder und Haushalt kümmerte. Entsprechend wenig haben diese Ehefrauen in die Rentenkassen eingezahlt. Um dies auszugleichen, werden Müttern mittlerweile 3 Jahre pro Kind zugerechnet. Auch leben diese Frauen vom Einkommen des Mannes und kriegen bei einer Scheidung die Hälfte seiner bis dahin verdienten Rentenpunkte inkl. der Hälfte einer ggfs. vorhandenen Betriebsrente zzgl. Unterhalt. Auch leben Frauen deutlich länger als Männer und beim Tod kriegen die Frauen die Rente des Mannes.
    In anderen Worten, ja, es stimmt, die durchschnittliche Rente einer Frau ist gering, aber nur die wenigsten leben allein von dieser kleinen Rente.

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