Eltern mit kleinen Kind am Strand

Warum ein Urlaub in der Region genau richtig sein kann

Für viele Menschen bedeuten Fernreisen ein großes Glück. Neue Länder und Kulturen öffnen Horizonte, das gemäßigte Klima und die viele Sonne tun der Seele gut. Viele genießen es, mal auf neue Gedanken zu kommen oder sehnen sich einfach nach Abwechslung vom Alltag. Natürlich wollen auch gerade Eltern ihren Kindern die Welt zeigen und buchen Fernreisen für die ganze Familie.

Das ist ja auch eine gute Idee, und dann genau das Richtige für die Familie. Doch auch Urlaub in der Region kann eine schöne Sache sein. Auch in und um Deutschland ist es möglich Kinderaugen zum Leuchten bringen und Wunderbares mit der Familie zu erleben. Beispiele gefällig?


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Die Anreise per Flugzeug ist nicht notwendig

Die Bahn ist bei vielen die erste Wahl für die Reise mit Kleinkindern. Denn sitzt die Familie mal im Zug, ist man herrlich ungebunden.

Aufgrund der starren Regeln mit Sitzordnung und dem Anschnallen im Flugzeug wird die Reise mit Kindern schon schwieriger. Sie möchten sich einfach zu gerne bewegen. Wenn ihr in der Region bleibt oder auch zu Hause Urlaub macht, dann entfällt die oft anstrengende Flugreise und ihr könnt die Zeit nutzen für andere Abenteuer.

Kleine Kinder haben einen Blick für Details, die verzaubern

So liegt ein Stock am Wegesrand, den mein Sohn unbedingt mitnehmen möchte. Oder meine Tochter freut sich riesig, eine Katze zu streicheln, die sich an sie schmiegt. Diese Freude könnte kaum größer sein, wenn sie einen Vulkan auf Island sehen würde. Gemeinsam können so Eltern mit ihren Kindern neues im Altbekannten entdecken.

Klar, sind die Kinder einmal größer, wollen auch die mal Abwechslung vom Alltag. Bis dahin können wir vielleicht die kostbare Zeit, solange sie noch klein sind und so vieles neu, bewusst genießen.

Das soziale Netzwerk aus engen Verwandten und Freunden ist nicht weit weg

Auch für die Eltern kann es von Vorteil sein, wenn sie mit Kindern in der Region oder zu Hause urlauben: Sollten sich die Eltern also einmal Zeit füreinander wünschen, müssten sie das nicht nur auf die Abendstunden verschieben, wenn die Kinder schon im Bett sind und schlafen. Eine Radtour zu zweit am Nachmittag steht nichts im Wege, wenn die Kinder kurz bei Oma oder Opa sind.

Der Urlaub ist günstiger

Auch wenn Pauschalreisen oder klug zusammengestellte Individualreisen immer günstiger werden – ein Sommerurlaub für die Familie mit Flug kostet zumeist um die € 2.000. Der durchschnittliche Netto-Arbeitsverdienst in Deutschland beträgt ca. 18 Euro pro Stunde. (Schätzung bei 3.700 brutto im Monat, zwei Kindern, 38-Stunden Woche). Für diesen Urlaub müssten also die meisten immerhin noch 111 Stunden oder 14 volle Tage arbeiten. Eventuell ist es für manche sinnvoller, den Arbeitgeber um zwei oder drei Wochen unbezahlten Urlaub zu bitten stattdessen. Schön, wenn da der Arbeitgeber mit macht.

Auch zu Hause lockt Unentdecktes

Oft sind noch nicht alle Burgen, Kindermuseen, Bauernhöfe und Abenteuerspielplätze rund um den Wohnort besucht worden. Hier können Kinder ihren Entdeckungsdrang ausleben. Das erweitert den Horizont. Wenn sie als Kinder (und wir als Eltern) offen auf Menschen anderer Nationen zugehen, und das auch zurückkommt, lernen sie hier in Deutschland die Welt aus einem anderen Blickwinkel kennen.

Mikroabenteuer zu Hause

Kennst du schon den Begriff Mikroabenteuer? Dabei lassen sich auch im Alltag mit Kindern Abenteuer erleben. Eine Nacht draußen im Zelt ist beispielsweise für manche eine große Herausforderung. Vielleicht beginnt ihr im eigenen Garten oder auf eurem Balkon. Falls ihr euch etwas mehr zutraut, dann ab in den Wald oder in die Berge in eurer Umgebung. Zu beachten ist: Wildes Campen ist in Deutschland nicht erlaubt. Ein Übernachten ohne Zelt für eine Nacht wird doch grundsätzlich geduldet.

Vielleicht kennt ihr den Besitzer des Grundstücks, auf dem ihr das Abenteuer erleben wollt und fragt um Erlaubnis, um ein besseres Gefühl zu haben. Natürlich solltet ihr keinen Müll hinterlassen und nicht lärmen.

Zeit für ein gemeinsames Projekt

Vielleicht gibt es ja ein gemeinsames Projekt, das die Familie zu Hause in Angriff nehmen möchte? Zum Beispiel ein Kinderzimmer streichen oder ein Trampolin im Garten aufstellen? Wie großartig, wenn endlich dafür Zeit ist. Doch nicht zu viel vornehmen, sonst fühlt sich der Urlaub nicht wie Erholung an.

Bildungsurlaub zu Hause

Wie wäre es mit etwas Neuem, was man zu Hause noch nie probiert hat? Sich Weiterbilden ist oft eine sehr gute Idee. Oft vergessen Arbeitnehmer, dass es in vielen Bundesländern möglich ist, einen Bildungsurlaub zu nehmen – zusätzlich zu der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit.

Oder ihr tretet einen Verein bei, gründet eine Nachbarschaftshilfe und lernt zu Hause neue Leute kennen. Neben der Arbeit bleibt für so etwas kaum Zeit.

Vielleicht kennt ihr das Gefühl nach einem langen Urlaub: „Ach, zu Hause ist es doch so schön.“ Dann ist es tatsächlich das nächste Mal eine gute Idee, einen Urlaub in der Region oder zu Hause zu planen. Der Urlaub in und um Deutschland bietet schließlich sehr viele Vorteile, ganz ohne Verzicht.

Wohin geht es bei dir in den Urlaub dieses Jahr?

7 Kommentare

  1. Hallo Eva, deine Beiträge sind immer wieder spannend zu lesen. Wir sind seit mittlerweile 4,5 Jahren Eltern und kennen das beschriebene zu gut. Auf der anderen Seite gibt es im Urlaub immer wieder diese faszinierenden Momente mit deinen Kindern, wo Du Dich als Elternteil fragst: Warum hast Du Dir eigentlich Sorgen gemacht? Unsere Kinder – die weiß Gott absolut KEINE guten Schläfer sind – gewöhnen sich so schnell an andere Räumlichkeiten und finden es immer wieder spannend auch mal andere Haushalte, Küchen, Gärten und Landschaften zu erkunden. Inklusive den erweiterten Familienurlauben mit Oma, Opa, Tante, Onkel und der Cousine und Cousin sind wir mit Sicherheit 4 Mal im Jahr unterwegs. Im Jahr 2019 waren wir z. B. mit dem Auto in Kroatien. Werde dazu noch ein Bericht auf meinem Blog http://www.maenner.rocks schreiben. Und Ja: Ich persönlich möchte es definitiv nicht missen. 🙂

    1. Absolut, vielen Dank für dein Kommentar. Da bin ich bei dir, Reisen kann auch manchmal richtig schön sein. Für uns haben wir bewusst entschieden, dass wir dieses Jahr verzichten. Schön, dass das jedoch für euch so gut klappt.

  2. Viele der Argumente würde ich selbst auch anführen, teilweise aus rückblickenden Erfahrungen mit unseren damals noch kleinen Kindern, für die wir allein schon wegen der Grosselternbesuche per Auto, Flugzeug und Bahn verschiedene Varianten ausprobiert haben, eine davon – aktuell wegen der Sturmsituation nachvollziehbar – stundenlang wegen Sturmgefahren mitten auf der Strecke 5 Stunden stehengeblieben und immer noch 5 Stunden Fahrt voraus, auf der es wegen der nicht mehr passenden Bahnlogistik keine Getränke und auch kein Frühstück hab, so dass die mitgeführten Vorräte nicht ausreichten.

    Am besten gefällt mir aber der 4. Punkt, „dass unsere kleinen Kinder, wie viele andere auch, einen Blick haben für Details, die verzaubern“.
    Das sind Momente, für die kleine Kinder gerade bei Urlaub in gut organisierten Hotelanlagen mit Kinderprogramm durch viel zu viel Action selten erlebbar bleiben.

    Das getaktete Kinderleben mit Kita, Kindergarten oder Schule und geregelten Freizeitaktivitäten unterscheidet sich kaum noch vom Arbeitsleben Erwachsener, inklusive Lärmpegel, Sozialdruck und Unfreiheit im Tageslauf.
    Sie brauchen nicht dasselbe nochmal, nur an anderem Ort, sondern auch Gelegenheit, Selbstbesinnung zu erfahren.
    Die Fähigkeiten, entspannt ihr persönliches Dasein in der Welt kennenzulernen und sich als eigene, selbstbestimmte Persönlichkeit zu erleben, entwickeln kleine Kinder nur dann, wenn sie auch Gelegenheit und Freiheit dazu bekommen.
    Es bedeutet nicht Freiheit, wenn sie sich zwischen Unterhaltungs- oder Essens-Angeboten entscheiden dürfen / müssen, sondern dass sie sich bewegen können, wann sie wollen, dass sie ihre Erlebniswelt in ihrem Tempo erschliessen können, und vor allem, dass es ihre Eltern und Geschwister sind, mit denen sie ihre Erlebnisse teilen können, nicht irgendwer anderes.

    Abgesehen davon, dass man seinen Kindern vermitteln sollte, dass die selbstgeschaffenen Erlebnisse wertvoller sind als die gekauften. in ihrem Leben wird das noch wichtiger werden, als die heutigen Erwachsenen es sich vorstellen möchten.

  3. Ich finde es lustig, dass du genau den Vulkan auf Island erwähnt hast. Wir wohnen auf Island und das Thema Urlaub kam zwischen mir und meinem Partner in letzter Zeit häufig auf. Er würde gerne ins Warme, ich finde es viel zu teuer und viel zu wenig Entspannung im Gegenzug für das sauer verdiente Geld. Man betreut seine Kinder eben einfach in einem anderen Setting als zu Hause und dazu auch noch die anstrengende Reise. Wenn sie so klein sind, erinnern sie sich später nicht mal an den Urlaub. Mir reichen schon die Besuche in Deutschland, die auch nicht wirklich Urlaub sind, sondern eine andere Art von Arbeit. Familie und Bekannte zu besuchen ist für mich nicht mit Urlaub gleichzusetzen. Meist beinhaltet dies ja verschiedene Termine, die zwar locker erscheinen, es aber nicht immer sind (man denke da nur an Essen mit Verwandten, die sich darüber wundern, dass Kinder nicht stundenlang am Tisch stillsitzen). Wenn Island nicht so klein wäre und mir hier nicht so oft die Decke auf den Kopf fallen würde, würde ich auch hier bleiben. Mir geht es natürlich beim Reisen nach Deutschland vorallem darum meinen Kindern die Deutsche Kultur näher zu bringen und ja mein Heimweh zu stillen. Generell sehe ich es aber ähnlich. Urlaub mit kleinen Kindern, ist anstrengend, teuer und es gibt andere Alternativen. Ausserdem ist es ja ironisch, dass man um den Kleinen die Welt zu zeigen, gerade diese zerstört. Was natürlich weniger bei einem kleinen Zelt und Fahrradurlaub vor der eigenen Haustür passiert… aber da habt ihr in Deutschland einfach viel mehr Möglichkeiten.

    1. Was für ein Zufall mit Island. DIe Insel ist wunderwunderschön. Doch ich kann mir vorstellen, dass einem die Decke auf den Kopf fallen könnte. Vielen Dank für dein Kommentar, das dem Ganzen noch viele Aspekte hinzugefügt hat.

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