Taschengeldtabelle mit Verbotszeichen

Warum eine Taschengeldtabelle Unsinn ist

Eltern fragen sich immer wieder, wieviel Taschengeld angemessen ist. Sie googeln nach Taschengeldtabellen, die nach Alter ihrer Kinder sortiert eine gewisse Geldmenge anführen.

Reicht es aus, den dort angeführten Taschengeldbetrag wöchentlich oder monatlich an unsere Kinder auszuzahlen, um ihnen den Umgang mit Geld zu lehren? Wahrscheinlich würden wir es uns damit zu einfach machen.

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Aus zwei Gründen:

Erstens: Weil eine angemessene Höhe für dein Kind nicht in einer Tabelle stehen kann. Das ist vom Kind und auch deiner finanziellen Situation abhängig.

Zweitens: Weil die simple Transaktion von Geld nicht den Umgang damit schult. Kinder lernen den Umgang mit Geld von uns Eltern. Durch Nachahmen, durch Beobachten, durch Reden.

Manche Experten halten Taschengeld sogar für kontraproduktiv, um den Umgang mit Geld zu lernen! Schließlich ist es Geld, das in regelmäßigen Zeitabständen verlässlich kommt, ohne Zutun, bedingungslos. Etwas, was es im späteren Leben des Kindes nie wieder geben wird. Wenn du dich also gegen Taschengeld entscheidest, kann das auch berechtigte Gründe haben.

Falls du jedoch Taschengeld zahlen möchtest, dann lohnt es sich, über diese Punkte zuerst nachzudenken:

  1. Taschengeld bar auszahlen oder lieber überweisen? Für eine Barauszahlung spricht: Du kannst die Gelegenheit nutzen, um über Geld zu reden. Wie wird Geld in eurer Familie verdient? Für was müsst ihr es ausgeben, für was möchtet ihr es ausgeben? Wieviel spart ihr? Wieviel spendet ihr? Über Geld redest du wahrscheinlich nicht so oft, wenn du das Taschengeld automatisch auf das Konto deines Kindes überweist. Doch unter Umständen kann es aber auch sinnvoll sein, Geld zu überweisen. Zum Beispiel wenn ihr vergesst, es regelmäßig in bar auszuzahlen.

  2. Regelmäßig zahlen – am besten eine Erinnerung im Kalender setzen. Noch kannst du es dir nicht vorstellen: Aber du oder deine Kinder werden gelegentlich auf die Auszahlung vergessen. Wollt ihr dann nachzahlen? Überlegt euch am besten, was ihr in dem Fall machen möchtet.

  3. Darf euer Kind selbst über die Ausgaben bestimmen? Vielleicht verfolgt dein Kind ein langfristiges Sparziel, möchte Geld spenden oder kauft nur Süßigkeiten. Es ist gut, wenn dein Kind selbst entscheiden darf, was es mit dem Taschengeld macht. Diese Verantwortung bildet es ungemein. Wenn es dich stört, dass es nur Schokolade kauft oder DVDs: Vielleicht hilft es, darüber zu sprechen, wofür ihr das verdiente Geld als Eltern verwendet. Hoffentlich nimmt dich dein Kind später mal als Vorbild, wenn es jetzt noch alles verprasst.

  4. Soll es Taschengeld für erledigte Hausaufgaben geben? Ja und Nein. Es klingt so gut für uns Eltern: Einmal beim Großeinkauf helfen für 5 Euro. So hat man jeden Betrag an eine Hilfeleistung geknüpft. Und das Kind ist vorbereitet für die spätere Arbeitswelt: Das Taschengeld wäre nicht mehr bedingungslos. Etwas, was Experten ja kritisieren.

    Es könnte aber auch sein, dass dein Kind jede Aufgabe neu verhandeln möchte. Das kann ganz schon stressig für uns Eltern werden.

    Was ihr in dem Fall beachten solltet, zeigt der Beitrag „Soll ich mein Kind für Aufgaben im Haushalt bezahlen? Eines der Punkte vorweg: Wichtig ist, vorher genau zu definieren, für welche Aufgaben im Haushalt es einen bezahlten Bonus gibt und für welche nicht.

  5. Willst du dein Kind für gute Noten bezahlen? Es gibt Studien die belegen, dass Geld alleine kein guter Motivator ist. So eine monetäre Belohnung könnte sogar der Motivation schaden! Kinder lernen eher mehr, wenn sie den Lehrer toll finden oder das Fach besonders interessant.

    Vielleicht ist aber eine Bonuszahlung als zusätzliche Motivation, eine noch bessere Note zu bekommen, geeignet? In diesem Artikel setze ich mich damit auseinander.

  6. Ist es für euch ok, das Taschengeld zu kürzen als Strafe? Manche Eltern überlegen, Taschengeld zu kürzen als Strafe. Schließlich ist das sehr effektiv: Sie haben auf jeden Fall die volle Aufmerksamkeit ihrer Kinder. Aber ist das auch sinnvoll, um einen guten Umgang mit Geld zu lernen?

  7. Zu guter Letzt: Wohin mit dem Taschengeld und Geldgeschenken? Ist es nicht kontraproduktiv, Geldgeschenke überhaupt anzunehmen? Viele Eltern entscheiden sich für einen Mittelweg und ein Kinderkonto, das sie selbst führen. Das kann ein sehr einfacher weg sein. Nicht für alles muss gleich ein Bankkonto eröffnet werden!

Taschengeldtabellen können also als erste Orientierung helfen. Es ist jedoch wenig erfolgversprechend, die finanzielle Bildung alleine darauf beschränken. Der richtige Umgang mit Geld wird täglich vermittelt beim Einkaufen, beim Schenken und beim Spenden. Wir Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für unserer Kinder.

Zahlt ihr Taschengeld? Und wenn ja, warum denkt ihr dass eure Kinder damit einen guten Umgang mit Geld lernen?

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