Esel schreitet voran

Versicherungen, Banken und Unternehmen: Das alles mit einer spannenden Geschichte Kindern erklären

Wie können Eltern ihren Kindern erklären, was Versicherungen oder Banken sind, und wie die arbeiten? Welcher Weg sich finanziell lohnt und warum? Am besten mit Geschichten. Diese Geschichte von den drei Bauern könnt ihr euren Kindern vorlesen. Sie erklären praktisch und einfach, wie unsere Wirtschaft funktioniert.

Weitere Geschichten aus der Reihe sind:

Es waren einmal drei Bauern, die in den Bergen wohnten. Alle drei Bauern hatten ihren eigenen Hof mit Feldern, Wiesen und Wäldern. Auch Ställe mit Kühen, Hühnern und Schweinen waren im Besitz der Bauern. Sie lebten ein einfaches und ruhiges Leben, das sich alle Jahre wiederholte: Im Frühjahr pflügten sie die Äcker und bauten Weizen und Mais an. Im Sommer mähten Sie die Wiesen und ließen das Gras trocknen, bis es zu Stroh wurde für den Stall. Im Herbst ernteten sie den Weizen und den Mais, verarbeiteten alles zu Mehl für die Menschen oder Futter für die Tiere. Dann feierten sie Erntedank und saßen in geselliger Runde zusammen.

Der Winter aber, der Winter war in diesen Bergen so weit nördlich lange und dunkel.

So ungewöhnlich lange, dass die drei Bauern kaum etwas zu essen hatten und hungern mussten. Beim diesjährigen Erntedankfest beschlossen sie, das im nächsten Jahr zu ändern. So könne es nicht mehr weitergehen. Ein Tag war schöner als das andere in den warmen Jahreszeiten, nur der Winter bereitete so viel Leid.

Jeder Bauer beschloss auf seine Weise, das Problem zu lösen:

Der erste Bauer kaufte sich einen Goldesel am Markt von einem Makler und war stolz, so eine kluge Entscheidung getroffen zu haben. Der Esel hieß „Versicherung“ und war in vielerlei Hinsicht besonders. Der Bauer musste ihn nur das ganze Jahr über füttern, dann spuckte er für die Wintermonate eine Goldmünze aus. So hielt es der Esel auch: Der Bauer fütterte und fütterte das Tier jeden Tag. Der Esel „Versicherung“ fraß dem Bauern fast alle Haare vom Kopf von Frühling bis Herbst. Dann, pünktlich zu Erntedank, schenkte der Esel dem Bauern die versprochene Goldmünze, mit der er gerade mal so über die Runden kam im Winter. Der erste Bauer musste das ganze Jahr über hart arbeiten, um den Esel zu füttern und fristete im Winter ein karges Leben. Aber es war seine Lösung, und er musste weniger Hunger leiden als früher.

Esel schreitet voran
Der Goldesel Versicherung

Der zweite Bauer wählte einen anderen Weg.

Er sparte ab dem Frühjahr und brachte das Geld dann jeden Monat zu einer Bank. Die Bank versprach ihm, dafür Zinsen zu bezahlen, also ein klein wenig Geld für sein vieles Geld, als Belohnung dafür, dass die Bank das Geld bekommt. Also sparte der zweite Bauer eifrig und führte ein einfaches Leben das ganze Jahr über. Nach dem Erntedankfest lief der Bauer zur Bank und holte sein Geld und die wenigen Zinsen, die er dafür bekam. Auch er kam den Winter über gerade so über die Runden. Es war ein hartes Leben, aber er musste weniger Hunger leiden als früher. Das genügte ihm.

Der zweite Bauer auf dem Weg zur Bank

Der dritte Bauer entschied sich für etwas anderes.

Er sah, dass unten eine Stadt war mit vielen vermögenden Familien. Die Kinder der Familien wünschten sich nichts mehr, als Zeit in der Natur mit Tieren zu verbringen. Davon hatte er ja mehr als genug!

Schon im Frühjahr ging er zu der Bank und lieh sich Geld. Für das geliehene Geld musste der Bauer der Bank ziemlich viel Zinsen bezahlen. Er musste das geliehene Geld und noch viel mehr Geld zurückzahlen. Das war ein Risiko! Mit dem vielen Geld baute er einen Pferdestall. Und er baute ein Café.

Alle Familien aus der Stadt kamen hoch zu dem Bauern. Ihre Kinder nahmen Reitunterricht für Geld oder mieteten sich einen Stallplatz für ihre Ponys. Die Eltern kauften sich einen Cafe und genossen einstweilen die Aussicht. Mit dem ganzen Geld, das der dritte Bauer einnahm, bezahlte er die vielen Zinsen und das entliehene Geld von der Bank zurück, und hatte noch mehr als genug für sich. Vor allem im Winter wollten viele Familien Pferdeschlitten fahren oder Punsch trinken. Das Geld kam das ganze Jahr über zu ihm.

Wie ihr euch denken könnt: Der dritte Bauer wurde reich. Sein Bauernhof war immer voll und alle verbrachten darin eine gute Zeit. Der dritte Bauer war sehr zufrieden mit seiner Lösung.

Der Reitstall vom dritten Bauern

Die drei Bauern treffen sich weiterhin jedes Jahr beim Erntedankfest und feiern gemeinsam. Sie stoßen darauf an, dass sich keiner mehr vorm Winter fürchten muss. Der dritte Bauer aber ist der einzige, der sich schon freut auf die kommenden Wintermonate. Wie erfüllend sein Leben jeden Tag doch geworden ist, seitdem er sich keine Gedanken um Geld machen muss und seine Idee von anderen Menschen so geliebt wird!

Wofür würdet ihr euch entscheiden? Würdet ihr das Risiko eingehen, und soviel Geld von der Bank entleihen wie der dritte Bauer?

Bonusfrage: Wer wird in dieser Geschichte noch reich, neben dem dritten Bauern?

Antwort: Der Esel „Versicherung“ und die Bank. Die Versicherung kassiert viele Gebühren vom ersten Bauern dafür, dass sie etwas mit Sicherheit später auszahlt. Die Bank verdient damit, dass sie an den dritten Bauern Geld verleiht und sehr viel Zinsen dafür bekommt. Das viele Geld hat sie vom zweiten Bauern. Für das Geld zahlt sie ihm aber nur wenig Zinsen.


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