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Wie hoch der Unterhalt für dein Kind bei der Ausbildung ist

Du möchtest deinem Kind das Studium oder die Ausbildung finanzieren? Vielleicht möchtest du auch wissen, wie viel Unterhalt wir Eltern verpflichtet sind zu zahlen. Oder du fragst dich, welcher monatliche Zuschuss während der Ausbildung angemessen ist und wie das andere Eltern machen.

Schließlich hast du schon von Freunden und Verwandten gehört, dass die Ausbildung der volljährigen Kinder ziemlich ins Geld gehen kann. Dann bist du hier genau richtig!

Laut der größten Studierendenumfrage in Deutschland (21. Sozialerhebung) erhalten 86 % der Studierenden Unterstützung von ihren Eltern. Daher sind deine Fragen durchaus berechtigt. Wir Eltern sind auch verpflichtet dazu, den Unterhalt für unsere Kinder während der ersten Ausbildung zu zahlen. Das hat Vorrang vor der Altersvorsorge oder der Tilgung des Immobilienkredits.


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Wie viel braucht mein volljähriges Kind während des Studiums insgesamt?

Ein Studierender benötigt im Durchschnitt 918 € pro Monat. Die Miete und die Lebenshaltungskosten variieren natürlich – in Großstädten wie München oder Hamburg ist das Studentenleben voraussichtlich teurer. Manche Studierende wohnen jedoch noch zu Hause. Dann reduzieren sich natürlich die Kosten. Laut Düsseldorfer Tabelle steht volljährigen Kindern immerhin noch 530 Euro bis 848 Euro pro Monat zu, je nach Einkommen der Eltern. Bleiben wir jedoch für unser Beispiel bei den 918 Euro, die ein durchschnittlicher Student benötigt.

Multipliziert man die 918 € mit 60 Monaten (Regelstudienzeit von Bachelor und Master von fünf Jahren) sind das 55.080 €, die ein Studierender im Durchschnitt benötigt während seines Studiums. Natürlich beziehen die Eltern noch Kindergeld, in der Zeit, wenn es das Erststudium ist. Zieht man also das Kindergeld ab, das derzeit bei 204 € pro Monat liegt, sind es noch immer gesamt 42.840 €, die gestemmt werden müssen. Eine stolze Summe!

Dabei ist die Inflation noch nicht mit einberechnet! Nehmen wir an, die liegt bei 2 % pro Jahr, ein durchaus realistischer Wert. Ist dein Kind jetzt 3 Jahre alt, bräuchte dein Kind 57.657 € in 15 Jahren, zusätzlich zum Kindergeld, um den gleichen Lebensstandard zu haben, wie ein durchschnittlicher Student jetzt.

Es liegt daher nahe, bei langfristigen Verpflichtungen wie den Immobilienkredit diese erhebliche Summe pro Kind zu bedenken. Eine lange Zinsbindung und flexible Sondertilgungsmöglichkeiten sollten der Standard sein. Der Kredit ist im besten Fall abbezahlt, wenn die Kinder mit der Ausbildung anfangen.

Die optimale Geldanlage für den Unterhalt des Kindes während der Ausbildung

Hast du 15 Jahre oder länger Zeit, bis dein Kind beginnt zu studieren, ist eine Geldanlage in Aktien die beste Wahl. Die Kurse können zwischenzeitlich gehörig fallen, doch innerhalb der 15 Jahre hat sich die Geldanlage in Aktien voraussichtlich wieder erholt und hat die beste Rendite im Vergleich zu anderen Anlagen erwirtschaftet. Das zeigen die historischen Werte über die letzten Jahrzehnte.

In den letzten 15 Jahren von 2004 bis 2019 beispielsweise war die durchschnittliche jährliche Rendite beim MSCI World 4,8 %. Legst du jetzt 28.539 € zur Seite und investierst in einen ETF auf den Aktienindex MSCI World, dann hat dein Kind bei der Rendite von 4,8 % die € 57.657, die es bräuchte zum Studieren. Ohne Anfangskapital wäre ein monatlicher Sparplan von € 220 über 15 Jahre notwendig, um die € 57.657 zu erreichen.

Hohe Beträge? Das wirkt im ersten Moment so. Würdest du jedoch mit Hilfe eines Tagesgeldkontos versuchen soviel zu sparen, müsstest du schon jetzt 56.714 € beiseite legen bzw ohne Eigenkapital monatlich ab sofort 15 Jahre lang 318 € sparen. Die durchschnittlichen Zinsen liegen hier nur bei 0,11% p.a. Daher die viel höheren Sparbeträge, die notwendig sind.

Hier eine Zusammenfassung des benötigten Kapitals, um innerhalb von 15 Jahren 57.657 € zu sparen:

ETF Depot
(4,8% p.a.)
Tagesgeld
(0,11% p.a.)
Einmalkapital jetzt, Haltedauer 15 Jahre28.539 €56.714 €
monatliche Sparrate über 15 Jahre220 €318 €

Am besten, du adaptierst die Beispielrechnung auf deine Situation mit gewünschter Laufzeit, Verzinsung (0,11% pro Jahr bei Tagesgeld bzw 4,8% bei einem ETF auf den MSCI World), Anfangskapital oder monatlichem Sparplan. Das klappt ausgezeichnet mit dem Sparrechner auf zinsen-berechnen.de

Eine Ausbildungsversicherung als Geldanlage?

Experten raten davon ab, Versicherungen als Geldanlage zu nutzen, wie das oft bei Ausbildungsversicherungen angeboten wird. Die Gebühren sind meist sehr hoch und die jährliche Rendite mager.

Vielleicht scheinen die Konditionen von 10 Jahre alten Ausbildungsversicherungen mit relativ hohen Zinsen im Vergleich zu heute attraktiv. Doch der Vertrag ist zumeist unflexibel und die Wertentwicklung der Geldanlage im Vergleich zu einem ETF mit 15 Jahre Haltedauer unterdurchschnittlich.

Wie viel bezahlen Eltern in Deutschland im Durchschnitt für das Studium?

Laut der Studierendenumfrage überweisen Eltern nicht den gesamten Betrag, den ihr Kind zum Studium pro Monat benötigt. Im Durchschnitt werden 541 € pro Monat überwiesen. Der restliche Betrag von ca. 377 €, der für den Unterhalt notwendig ist, verdienen sich die Studierenden selbst hinzu. Also sind für 5 Jahre oder 60 Monate Studium im Durchschnitt nur noch 32.460 € zu bezahlen von den Eltern, abzüglich des Kindergeldes 20.220 €. Rechnet man die Inflation von 2% pro Jahr über 15 Jahre hinzu, müssten die Eltern immerhin noch 27.213 € stemmen. Das entspricht einem Anfangskapital in den ETF von 13.469 € über 15 Jahre bzw einem monatlichen Sparplan auf den ETF von 104 € – 15 Jahre lang.

Klingen diese Beträge schon etwas besser?

Zu bedenken ist, dass dein Kind in 15 Jahren auch ca. 500 € pro Monat verdienen muss während seines Studiums, um zurechtzukommen (mit der Inflation von 2 % pro Jahr). Natürlich bereitet es optimal auf das Leben nach dem Studium vor, wenn dein Kind bereits Arbeitserfahrung hat. Ein unbeschwertes Studentenleben bedeutet es aber nicht unbedingt.

Dein Kind kann nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung mitversichert sein, wenn seine Einkünfte 445 Euro pro Monat (in 2020) nicht über­schreiten. In 15 Jahren wird diese Grenze voraussichtlich angehoben werden.

Hier eine Zusammenfassung des benötigten Kapitals, um innerhalb von 15 Jahren 27.213 € zu sparen:

ETF Depot
(4,8% p.a.)
Tagesgeld
(0,11% p.a.)
Einmalkapital jetzt, Haltedauer 15 Jahre13.470 €27.768 €
monatliche Sparrate über 15 Jahre104 €150 €

Depot oder Konto auf eigenen Namen oder den Namen des Kindes?

Einen großen Einfluss die Höhe der Summe, die du zurücklegen möchtest, hat die Frage: Möchtest du das Tagesgeldkonto oder ETF-Depot auf deinen Namen oder auf den Namen deines Kindes eröffnen? Pro Jahr sind mindestens 25 % Abgeltungssteuer auf die Zins- oder Dividendeneinkünfte zu bezahlen – eventuell kommt noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer obendrauf. Somit wird nicht ein Anfangskapital von 13.470 €, sondern von 16.136 € bei einem ETF mit 15 Jahre Haltedauer und 4,8 % Rendite pro Jahr benötigt: 2.666 € oder rund 20 % mehr Geld also!

Warum? Kinder zahlen zumeist keine Steuer, da sie einen Steuerfreibetrag von 801 EUR pro Jahr auf ihre Kapitaleinkünfte haben. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung sogar über 10.000 € pro Jahr. Dafür dürfen Sie auch frei über das Geld verfügen, sobald sie volljährig sind. Also sie können einfach eine luxuriöse Weltreise für das Geld machen und nicht studieren, sobald sie 18 sind.

Wenn du dich bei dem Gedanken nicht wohl fühlst, dann ist es wohl besser, du bezahlst mehr Steuern.

Zu beachten ist: Es hat Auswirkungen auf die Bafög, wenn dein Kind mehr als 7.500 € besitzt. Dieser Wert gilt derzeit, in 15 Jahren wird das voraussichtlich anders sein. Laut der aktuellsten Erhebung von 2016 beziehen rund 18% der Studenten Bafög in Deutschland. Vielleicht betrifft das ja dein Kind später also nicht.

Wie am besten das Geld von dem Depot entnehmen für das Studium?

Es ist eine kluge Idee, das Geld von dem ETF für die Ausbildung deines Kindes Schritt für Schritt zu entnehmen, ihr benötigt ja nicht das gesamte Geld sofort. Dann kann der Rest des Geldes noch investiert bleiben und optimal noch Zinsen erwirtschaften.

Eine Herangehensweise ist, in den letzten 3 Jahren den monatlichen Betrag auf ein Konto zu überweisen anstatt auf den ETF. Mit diesem Geld startet euer Kind dann ins Studium. Jedes Jahr wird zusätzlich nur das Notwendige von dem ETF Depot entnommen.

Eine andere Möglichkeit ist, bei Studienbeginn 20 % der ETF Gesamteinlage auf ein Girokonto zu überweisen und damit das erste Jahr zu bestreiten. Im zweiten Studienjahr wieder 20 % auf das Girokonto überweisen und so fort.

Bei beiden Möglichkeiten der Entsparung hat es sich bewährt, noch einen finanziellen Polster von ungefähr 5.000 € auf dem Girokonto zu haben für Unvorhersehbares. Die 5.000 € entsprechen dem fünffachen bis sechsfachen der durchschnittlichen monatlichen Ausgaben eines Studierenden.

Wie hast du dich entschieden? Wie möchtest du die Ausbildung deines Kindes finanzieren?

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