Schulnoten von Taschengeld abhängig machen?

Wie sinnvoll ist es, Taschengeld von Schulnoten abhängig zu machen?

Viele Eltern fragen sich, ob sie Taschengeld von Schulnoten machen sollen. Schließlich ist es auch im Berufsleben oft so, dass die, die mehr leisten, höhere Boni erhalten. Vor allem bei VerkäuferInnen, GeschäftsführerInnen und UnternehmerInnen. Warum sollte man die Kinder nicht schon früh heranführen an ein Belohnungssystem, das für so einkommensstarke Berufsgruppen funktioniert?

Tatsächlich sprechen Argumente für eine Bezahlung nach Noten

So ist es ein Belohnungssystem, das ziemlich einfach umzusetzen ist. Du vereinbarst einmal zu Beginn des Schuljahres mit den Kindern, wie viel zusätzliches Taschengeld für bessere Schulnoten ausbezahlen möchtest. Sobald das Semesterzeugnis vorliegt, ist Zahltag. Gerade weil es so simpel ist, sind wir als Eltern auch konsequent. Eine regelmäßige Auszahlung ist wichtig beim Taschengeld, damit sich Kinder auch darauf verlassen können, und das zuvor Vereinbarte zur Gewohnheit wird.

Sagen Schulnoten etwas über den späteren Erfolg im Leben aus?

Dagegen spricht, dass Schulnoten oft wenig darüber aussagen, wie ehrgeizig, talentiert oder kreativ deine Kinder sind oder später sein werden. Vielleicht ist dein Kind ein Spätzünder und entdeckt erst beim Studium seine Leidenschaft für ein Fach. Oder es kann kaum still sitzen, weil es so einen unbändigen Bewegungsdrang verspürt. Manche Lehrer bestrafen dieses Verhalten mit schlechten Noten.

Sollen diese – vielleicht – späteren Olympiasieger schon in jungen Jahren mit Geld diszipliniert werden?

Studien zeigen*: persönliche Interessen und Vorlieben des Kindes sind der stärkste Motivator fürs Lernen.

Geld könnte den Kleinen einen zusätzlichen Anreiz bieten, sich noch etwas mehr anzustrengen. Um sich vielleicht in einem Jahr den Laptop leisten zu können, den sie sich schon so sehr wünschen. Allein mit höherem Taschengeld wird aber aus einer talentierten Sportlerin wahrscheinlich keine Germanistikstudentin.

Wenn du dich also dagegen entscheidest, das Taschengeld von Schulnoten abhängig zu machen, wirst du den Bildungserfolg deines Kindes nicht negativ beeinflussen.

Falls du denkst, dass einige Euros mehr aus einem guten Schüler einen noch disziplinierteren, besseren Schüler machen, dann: Nur zu!

Am besten am Ende des Schuljahres evaluieren, ob das Geld tatsächlich zu besseren Noten geführt hat. Das machen auch alle Vertriebsleiter so. Denn nur wenn ein Belohnungsystem funktioniert hat, wird es auch im nächsten Jahr fortgeführt.

*Quelle: https://www.uni-konstanz.de/ag-moral/lernen/01_lernen/lerntheorien_behaviorismus.htm

Wie macht ihr das? Bezahlt ihr eure Kinder für bessere Noten?

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