Bar bezahlen oder mit Karte?

Taschengeld: Bar bezahlen oder überweisen?

Ihr habt euch also entschieden, euren Kindern Taschengeld zu bezahlen, damit sie einen guten Umgang mit Geld lernen. Und ihr habt für euer Kind ein Bankkonto eröffnet, über das es frei verfügen kann. Nun bleibt eine wichtige Frage offen: Soll ich das Taschengeld ab sofort bar bezahlen oder auf das Konto meines Kindes überweisen? Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, es gilt einiges zu beachten:

Eine Überweisung hat viele Vorteile

Der wichtigste Vorteil bei einer Überweisung direkt auf das Konto des Kindes ist klar: Du wirst nicht darauf vergessen. Zumindest wenn du einen monatlichen Dauerauftrag eingerichtet hast von deinem Konto auf das Konto deines Kindes. Eine regelmäßige Bezahlung ist wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen, denn nur so kann dein Kind mit dem Geld planen. Ein fixer Teil wird zum Beispiel gespart, etwas gespendet und der Rest sofort ausgegeben. Vielleicht hat dein Kind auch schon ein Aktiendepot? Dann am besten das gesparte Geld investieren. Über lange Laufzeiten ist die Börse eine kluge Entscheidung. Die Gebühren zum Beispiel bei einem ETF sind gering und die Renditen am attraktiv.

Es scheint also nur Vorteile zu haben, dem Kind das Taschengeld zu überweisen, ist es einmal alt genug für ein Konto. Oder?

Leider ist es wissenschaftlich erwiesen, dass wir beim Bezahlen mit der Karte mehr ausgeben als wenn wir bar bezahlen. Unser Gehirn registriert den Verlust der Scheine oder der Münzen sofort, wenn diese von unserer Brieftasche in die Kasse im Supermarkt oder im Spielwarenladen landet. Hier reagiert sogar unser Schmerz-zentrum: Wir fühlen den Verlust. Das ist unangenehm. Das wollen wir vermeiden.

Beim Bezahlen mit der Karte haben wir diese unangenehme Begleiterscheinung nicht. Daher fällt es uns viel leichter, die Kosten zu begleichen – es sind ja schließlich nur ein paar digitale Zahlen. Wir sind bereit mehr zu kaufen.

Dazu kommt: Beim Bargeld in der Brieftasche sehen wir, wie viel uns noch zur Verfügung steht. Es die Brieftasche einmal leer, können wir nichts mehr kaufen. Wir müssen also planen. Sehr wichtig für einen guten Umgang mit Geld!

Wenn schon wir Erwachsene mehr ausgeben bei Kartenbezahlung, dann wahrscheinlich auch unsere Kinder. Das Bezahlen klappt für unsere Kinder über viele Wege ganz einfach und schnell: Mit dem Handy auf die Kasse tippen und schon ist die DVD gekauft. Einmal per Fingerabdruck-Scan Paypal entsperren und schon ist ein neues Level freigeschalten für das gerade aktuelle Onlinegame. Dafür braucht es oft nicht mal mehr einen PIN Code.

Wenn ihr euch entscheidet, dass euer Kind mit Karte oder den Online-Bezahlsystemen bezahlen darf, dann vereinbart am besten einen Haushaltsplan – gerne auch als App oder xls. Es muss nicht auf Papier sein, ist aber auch möglich. Hier soll euer Kind die täglichen Ausgaben eintragen: Über die Süßigkeit vor der Supermarktkasse bis hin zu den neuesten Apps über Google Pay.

Auch diese Ausgaben einzutragen bedeutet, sich unangenehmen Gefühlen auszusetzen. Daher ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, dass euer Kind das trotzdem regelmäßig macht. So wird es sich auf lange Sicht bei den Ausgaben disziplinieren. Und sind mal alle Ausgaben eingetragen, bringt das viel fürs Selbstbewusstsein. Die persönlichen Finanzen sind wieder im Griff.

Wie kontrolliert ihr eure Ausgaben? Mit App oder lieber schriftlich?


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