Steuern sparen

Steuern sparen mit Kindern: 7 wenig bekannte Wege

Das Leben mit Kindern kann teuer werden. Jede Familie sucht nach Sparmöglichkeiten, und die sind zahlreich! Ob im Haushalt, beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Baden und eben auch Geld sparen bei den Steuern. Dabei ist vielen Familien schon bewusst, welche Möglichkeiten sie haben. Doch selbst wenn du ein ausgesprochener Steuersparfuchs bist: Vielleicht ist auch für dich etwas Neues mit dabei.

Um mit Kindern Geld zu sparen bei den Steuern, ist es notwendig, über das Jahr hinweg alle Rechnungen zu sammeln und im Folgejahr eine Steuererklärung abzugeben. Am besten, du lässt dir das Sammeln zu Gewohnheit werden und führst ein Haushaltsbuch. Warum? Wenn du alle Belege über das Jahr hinweg abheftest in einen leicht zugänglichen Ordner, dauert die Steuererklärung auch nicht mehr so lange. Zusätzlich hilft das Haushaltsbuch dir, damit du auch keine Ausgaben des Vorjahres zu vergisst.

Wichtig bei all den Steuersparmodellen ist, dass du auch für den Unterhalt des Kindes verantwortlich bist und Kindergeld beziehst. Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat.

Steuern sparen bei der Geburt und Schwangerschaft

Die Geburt ist ein aufregendes, unvergessliches Erlebnis. Schön, dass wir uns als Eltern zumeist nicht noch um das liebe Geld Sorgen machen müssen. Die Krankenkasse zahlt in der Regel alles.

Falls jedoch Kosten entstehen, die deine Krankenkasse nicht übernimmt, dann können diese steuerlich geltend gemacht werden als außergewöhnliche Belastung. Solche Kosten können die ärztlich verordnete Schwangerengymnastik sein, die Fahrt zu den Untersuchungen oder die Taxifahrt zur Geburt aber auch Rechnungen für Medikamente, Ärzte und Hebammen. Denn recht häufig werden während der Schwangerschaftsuntersuchung Tests angeboten für Selbstzahler (als Teil der IGel Leistungen). Sammelst du die Rechnungen dafür, dann lässt sich einiges an Steuern sparen.

Wie bei allen außergewöhnlichen Belastungen gilt: Die Beträge sind nur steuerlich geltend zu machen, wenn die „zumutbaren Eigenbelastung“ überschritten wird. Diese zumutbare Belastung ist üblicherweise abhängig vom Familieneinkommen.

Fahrtkosten der Großeltern steuerlich absetzen

Viele wissen, dass Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzbar sind. Das Finanzamt akzeptiert bis zu zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr und Kind als Sonderausgabe. Diese Kosten umfassen die Kosten für einen Kindergartenplatz, für ein Au-pair oder die Nanny.

Betreuen auch nahe Angehörige wie Großeltern dein Kind und müssen dafür anreisen, lassen sich die Fahrtkosten dafür von der Steuer absetzen. Dafür musst du als Elternteil den Großeltern die Fahrtkosten bezahlen und diese Kosten dann in deine Steuererklärung mit aufnehmen. 30 Cent pro gefahrenem Kilometer sind da durchaus angemessen! Die Großmutter oder der Großvater muss wiederum die Einnahme nicht versteuern, es handelt sich um eine Aufwandsentschädigung.

Am besten, die Großeltern stellen dir für die Kostenerstattung eine Rechnung, die du dann überweist und nicht bar bezahlst. Belege sollten generell gesammelt werden. Auch Flug- oder Bahntickets gelten als Beleg.

Manche Finanzämter fragen nach einem Betreuungsvertrag zwischen den Eltern und der Oma oder dem Opa, in dem Punkte wie die Fahrtkostenerstattung mit aufgenommen werden.

Steuern sparen mit der Nachhilfe von Kindern in besonderen Fällen

Leider sind Kosten für die Nachhilfe üblicherweise nicht absetzbar von der Steuer. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:

  1. Die erste Ausnahme ist, wenn du aus beruflichen Gründen umgezogen bist und dein Kind in eine neue Schule geht. Oft hat ein Kind Probleme, den Lernanschluss zu finden und braucht Hilfe. Die Kosten für so einen Nachhilfeunterricht lassen sich unter den Werbungskosten in der Steuererklärung anführen. Das jedoch nur, wenn das Finanzamt anerkannt hat, dass der Umzug aus beruflichen Gründen notwendig war.

  2. Ist dein Kind Legastheniker und wurde das auch ärztlich attestiert, gelten Behandlungskosten sowie Nachhilfeunterricht als außergewöhnliche Belastung.

Steuern sparen beim Schulgeld der Kinder

Schulgeld ist eine Gebühr, die private Schulen erheben von Eltern. Für alle staatliche Schulen fallen weder Schulgeld noch Gebühren an. Bis zu 30 % der Kosten einer privaten Schule kannst du von der Steuer absetzen, maximal aber 5.000 Euro pro Jahr.

Dabei gilt: Der normale Schulbedarf, wie Stifte oder Bücher, ist nicht von der Steuer absetzbar, egal bei welcher Schule. Es geht hier nur um die Gebühren, die eine kostenpflichtige Schule den Eltern für den Unterricht und die Lehrkräfte berechnet. Allein diese sind absetzbar.

Alleinerziehend? Schnell in die Steuerklasse 2 wechseln!

Falls du alleine mit deinem minderjährigen Kind in einer Wohnung lebst und nicht verheiratet bist, dann kannst du als Alleinerziehender oder Alleinerziehende in die Steuerklasse 2 wechseln.

Bis zu 1.908 Euro jährlich an Entlastung sind in dieser Steuerklasse möglich beim ersten Kind. Für jedes weitere Kind gibt es 204 Euro. Frage am besten dein Finanzamt um einen „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“. Die Ersparnis wird dann dem Gehalt angerechnet, der Arbeitgeber wird über den Wechsel automatisch informiert.

Junior-Depot eröffnen und Steuern sparen

Der erste offizielle Brief, den die Kleinen nach der Geburt erhalten, ist die Information über die neue Steuernummer. Das mag für viele Eltern etwas befremdlich sein, doch ist das eigentlich eine gute Nachricht! Du kannst nicht nur das Kindergeld beantragen. Auch der steuerliche Freibetrag auf Kapitaleinkünfte pro Kind und Jahr über 801 Euro ist jetzt anrechenbar, genauso wie bei den Erwachsenen. Wenn du also ein Junior-Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest, dann kannst du ab sofort eine Kapitalertragssteuer von ca. über 200 Euro pro Jahr sparen. Natürlich gilt das auch für Zinsen eines Tagesgeldkontos oder dem Festgeld, nur sind die gerade so mickrig, dass sich der Aufwand kaum lohnt. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass deine Kinder etwas von Aktien über einen guten Umgang mit Geld lernen.

Sobald die Gewinne in dem Junior-Aktiendepot in einem Jahr besonders hoch sind, ist es sinnvoll, die Aktien oder den ETF zu verkaufen und zu reinvestieren, solange dein Kind noch minderjährig ist. Diese Gewinne lassen sich nun steuerfrei mitnehmen. Würdest du alle Aktien auf einmal nach vielen Jahrzehnten verkaufen, dann freust du dich vielleicht sehr über hohe Gewinne, doch dann fällt die Kapitalertragssteuer wahrscheinlich wieder an, da sie gedeckelt ist bis zu Gewinnen von 801 Euro. Mit mehrmaligem Verkauf dazwischen passiert das nicht.

Achtung: Du solltest nur auf den Namen deines Kindes ein Depot eröffnen, wenn es für dich in Ordnung ist, dass der gesamte investierte Betrag am 18. Geburtstag in den Besitz deines Kindes übergeht.

Sollten die Gewinne oder Dividenden höher sein als die 801 Euro pro Jahr und Kind, dann ist eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll. Damit erhält dein Kind pro Jahr über 10.000 Euro an Einkünften steuerfrei. Diese Bescheinigung muss alle drei Jahre neu ausgefüllt werden.

Goldmünzen mit steuerfreiem Gewinn als Geschenk für Kinder

Die Branche streitet sich darüber, ob Gold überhaupt eine Geldanlage ist, da das Edelmetall nichts erwirtschaften kann. Viele sehen Gold als Krisenwährung und Absicherung vor fallenden Aktienkursen. Jedenfalls können Münzen aus Silber oder Gold ein schönes Geschenk für Kinder sein, denn sie können viel davon lernen.

Steuerlich bietet physisches Gold wie Barren oder Münzen einen Vorteil: Der Gewinn ist steuerfrei, wenn du das Edelmetall länger als ein Jahr gehalten hast. In der Regel zahlst du auch keine Mehrwertsteuer beim Kauf. Allerdings ist das an einige Bedingungen geknüpft: Goldmünzen müssen einen Goldgehalt von mindestens 900 Tausendstel haben, nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein und in ihrem Herkunftsland als gesetzliches Zahlungsmittel gelten oder früher mal gegolten haben. Außerdem müssen sie zu einem Preis verkauft werden, der den Marktwert des Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt. Folgende Münzen folgen diesen Empfehlungen:

  • Krügerrand
  • Maple Leaf
  • American Eagle
  • China Panda
  • Britannia
  • Wiener Philharmoniker
  • Buffalo
  • Nugget (auch Känguru genannt)
  • Centenario Mexiko

Hoffentlich war auch für dich etwas dabei, um im nächsten Jahr kräftig Steuern zu sparen.

Fazit:

Viele Eltern kennen noch nicht alle Möglichkeiten, mit Kindern Steuern zu sparen. Allen voran Betreuungskosten werden häufig nicht abgesetzt. Genauso werden Sparmöglichkeiten bei Kapitalerträgen häufig mithilfe eines Junior-Depots unterschätzt. Jedenfalls ist es sinnvoll, das ganze Jahr über alle Belege, Quittungen und Rechnungen zu sammeln und nach Möglichkeit alles per Überweisung zu bezahlen. Barzahlungen lassen sich später einfach nicht nachweisen.

Haben wir einen Tipp vergessen? Oder möchtest du uns Feedback schicken zu einem der Tipps? Wir finden es sehr spannend, wie du die Sache mit den Steuern angehst.


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2 Kommentare

  1. Es ist ja interessant, dass die Reisekosten der Großeltern zu den Enkelkindern von der Steuer abgesetzt werden können. Mit meinem Kind musste ich dieses Jahr zu verschiedenen Ärzten nach Hannover fahren. Könnte ich diese Kosten auch absetzen? Wahrscheinlich werde ich mich an eine Steuerberatung wenden.

    1. Liebe Antonia, ja, wenn du die Möglichkeit hast, würde ich bei einer Steuerberater*in nachfragen. Vielleicht lohnt es sich auch bei deiner Krankenversicherung anzurufen? Ich bin da leider kein Experte, aber fragen kostet wohl nichts. Viele Grüße, Eva

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