Rentenlücke berechnen: Machst du auch diesen häufigen Fehler?

Rentenlücke berechnen

Inhaltsverzeichnis
 
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Rentenlücke ist der Betrag, den du zusätzlich zur staatlichen oder staatlich geförderten Rente brauchst, um deinen Lebensstandard zu halten.

  • Addiere all deine Rentenzahlungen: also die staatliche, staatlich geförderte und die private Vorsorge.
  • Berechne deine monatlichen Ausgaben heute und vergleiche sie mit der voraussichtlichen Rente.

  • Vergiss die Inflation nicht!
  • Was ist die Rentenlücke?

    Die Rentenlücke ist der Betrag, den du noch zusätzlich zu der staatlichen Rente brauchst, um deine Ausgaben auch im Alter voll zu decken.

    Besonders Frauen werden später wenig staatliche Rente zur Verfügung haben, da sie eher in Teilzeit arbeiten oder unbezahlt für die Kinder zu Hause bleiben. Ihre Rentenlücke ist daher hoch. Frauen werden später um 40 %- 60 % weniger Rente erhalten als Männer.

    Um sich davor zu schützen, ist ein erster sinnvoller Schritt, deine Rentenlücke zu berechnen. Doch wie klappt das möglichst einfach?

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    Bekannt aus:

    Bin ich von Altersarmut betroffen?

    Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 958 Euro pro Monat zur Verfügung haben. 958 Euro im Monat, das ist nicht viel. In 15 Jahren jede fünfte Rentnerin damit zurechtkommen. Wenn das so weiter geht in 30 Jahren jede vierte Frau oder jeder vierte Mann. Die Altersarmut betrifft durchaus auch Männer.

    Natürlich kann die Berechnung deiner Rentenlücke jetzt nur eine Annäherung sein. Zu viele Unbekannte sind Teil der Gleichung, wie dein zukünftiges Erwerbsleben oder politische Entscheidungen. Aber du bekommst schon einen ersten Hinweis darauf, was dich später erwartet, wenn du deine Rentenlücke heute berechnest.

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    Du kannst den Artikel auch bequem hören bei “Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie”. Hier kannst du hören, wie mein Finanzbloggerkollege Nico und ich für das Alter vorsorgen.

    Wie viel Rente bekommst du?

    Zu Beginn machen wir Kasse und addieren, wie viel voraussichtlich von der staatlichen, staatlich geförderten und privaten Altersvorsorge pro Monat überwiesen wird. Aber Achtung: Alle Beträge sind brutto.

    Kläre noch dein Rentenkonto, um Lücken im Versicherungsverlauf zu füllen und so mehr Geld zu erhalten.

    Steuern und Sozialabgaben sowie die Krankenversicherung müssen noch von der Rente abgezogen werden. Du kannst mit ca. 20 % an Abzügen rechnen.

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    Bekannt aus:

    Die Rente der deutschen Rentenversicherung bzw. der Rürup-Rente

    Wenn du bei der deutschen Rentenversicherung einzahlst, erhältst du jedes Jahr einen Rentenbescheid. Hier siehst du einen Betrag neben: “Höhe der zukünftigen Regelaltersrente”. Hier steht, wie hoch deine monatliche Rente bist zu deinem Ableben ist, wenn du bis zum Renteneintrittsalter soviel einzahlst wie im Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

    Interessant sind auch die Beträge bei einer jährlichen Anpassung von 1 % oder 2 %. Die monatliche Rente steigt Jahr für Jahr, denn sie wird berechnet auf Basis des Durchschnittseinkommens aller Deutschen. Auch dieses wird steigen. Doch selbst die deutsche Rentenversicherung kann nicht sagen, wie hoch deine Beträge in ferner Zukunft sein werden, darum gibt sie dir zwei Wahlmöglichkeiten. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, nimm den Betrag dazwischen an, also 1,5 %.

    Erhältst du eine monatliche Regelaltersrente von brutto 1.016,30 Euro, sind das bei 1,5 % jährlichen Anpassungssatz schon 1.230 Euro. Abzüglich der Steuern macht das Netto 984 Euro jeden Monat. Das ist schon an der Grenze zur Altersarmut.

    Der Rentenlücken-Rechner vom Bundesverband für Investment und Asset Management e.V. hilft dir, deine Rentenlücke mit dem Bescheid der deutschen Rentenversicherung oder auf Basis deines geschätzten letzten Gehalts zu berechnen.

    Eine zusätzliche, staatlich geförderte Altersvorsorge

    Falls dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge für dich getroffen hat, dann wird es Zeit nachzusehen, wie hoch die Beträge voraussichtlich pro Monat sein werden. Vielleicht hast du auch eine private und staatlich geförderte Altersvorsorge wie Riester, Rürup oder eine kapitalgebundene Lebensversicherung abgeschlossen. Sieh in den Verträgen nach, wie hoch die garantierte monatliche Rente bei diesen Vorsorgeprodukten sein wird. Achtung, auch dieses Geld ist brutto, du musst also noch mindestens 20 % abziehen, um auf den verfügbaren Betrag zu kommen. Addiere den Betrag zur gesetzlichen Rente.

    Wie du die Rentenlücke berechnen kannst

    Im Optimalfall führst du ein Haushaltsbuch und kennst deine monatlichen Ausgaben. Nehmen wir an, du benötigst pro Monat rund 1.600 Euro, um über die Runden zu kommen. Dann fehlen dir:

    + 984 Euro staatliche Rente
    + 300 Euro staatlich geförderte Altersvorsorge
    – 1.600 Euro Ausgaben
    =
    – 316 Euro Rentenlücke.

    Doch nicht so schnell! Vergiss nicht die Inflation oder den Kaufkraftverlust. Diesen Fehler begehen die meisten.

    Die 1.600 Euro pro Monat, die du jetzt brauchst, sind in 30 Jahren weniger Wert. Hier ein Screenshot von zinseszinsen.de, der dir den Kaufkraftverlust über so eine lange Zeit verdeutlicht.

    Inflationsrechner

    Oben tippst du den Betrag ein, den du pro Monat brauchst. In unserem Fall 1.600 Euro. Mit einer prognostizierten Inflationsrate von 2 % bist du wohl ganz gut dabei. Der Zeitraum sind die Jahre, die du noch bis zur Rente vor dir hast. Eine Frau, die 37 Jahre alt ist, hat voraussichtlich noch 30 Jahre bis zur Rente.

    Die 1.600 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch 883 Euro wert. Du brauchst als mindestens 2.898 Euro in 30 Jahren für einen ähnlich hohen Lebensstandard wie heute. Deine Rentenlücke ist also:

    + 984 Euro staatliche Rente
    + 300 Euro staatlich geförderte Altersvorsorge
    – 2.898 Euro Ausgaben
    =
    – 1.614 Euro Rentenlücke pro Monat

    Der Kaufkraftverlust haut ordentlich rein. Anders kann ich es wohl nicht ausdrücken. Die 1.614 Euro pro Monat sind deine wahre Rentenlücke inklusive Inflation. Mal angenommen, du benötigst 20 Jahre lang – bis zu deinem Ableben im Alter von 87 Jahren – jeden Monat 1.614 Euro zusätzlich, sind das gesamt 387.360 Euro, die du bis zur Rente gespart haben solltest.

    So ein großer Betrag erscheint dir zu groß? Mit der richtigen Geldanlage und einer einfachen Faustregel könnte es klappen.

    Fazit:

    Deine Rentenlücke ist der Betrag, den du noch brauchst, um deine Lebenskosten im Alter zu decken. Die staatliche Rente wird nicht reichen, daher müssen wir privat vorsorgen. Je früher du dich mit deiner Rentenlücke auseinandersetzt, umso besser. Denn dann hast du noch Zeit zu sparen und dein Geld klug anzulegen.


    Kennst du deine Rentenlücke schon? Über deinen Kommentar freue ich mich sehr.

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