Rentenlücke berechnen

Wie du jetzt deine Rentenlücke berechnen kannst

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Rentenlücke ist der Betrag, den du zusätzlich zur staatlichen oder staatlich geförderten Rente brauchst, um deinen Lebensstandard zu halten.

  • Besonders Mütter müssen eine hohe Rentenlücke füllen, da sie zumeist unbezahlt zu Hause arbeiten und wenig staatliche Rente erhalten.

  • Führe ein Haushaltsbuch, um deine Ausgaben zu kennen. Addiere deine voraussichtlichen Rentenzahlungen: also die staatliche, staatlich geförderte und deine private Vorsorge. Stelle die beiden Summen gegenüber. Doch vergiss die Inflation nicht! Dann hast du deine Rentenlücke berechnet.
  • Was ist die Rentenlücke?

    Die Rentenlücke ist der Betrag, den du noch zusätzlich zu der staatlichen Rente brauchst, um deine Ausgaben auch im Alter voll zu decken. Besonders Frauen werden später wenig staatliche Rente zur Verfügung haben, da sie eher in Teilzeit arbeiten oder unbezahlt für die Kinder zu Hause bleiben. Ihre Rentenlücke ist daher hoch. Frauen werden später um 40 %- 60 % weniger Rente erhalten als Männer. Das ist nur den wenigsten bekannt.

    Um sich davor zu schützen, ist ein erster sinnvoller Schritt, deine Rentenlücke zu berechnen. Doch wie klappt das möglichst einfach?

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    Bin ich von Altersarmut betroffen?

    Natürlich lässt sich einwenden, dass mehr Rente bleibt, wenn Paare zusammen in Rente gehen. Doch mehr als jede dritte Ehe wird geschieden. Schon jetzt leben über 2,2 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, zu 90 % sind das Frauen. Dazu kommt: falls der Ehemann stirbt, ist die Witwenrente, die die Frau dann erhält, erheblich geringer als die herkömmliche Rente des Mannes. Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Auch die Politik wird aufgrund der demografischen Entwicklung wenig gegensteuern können.

    Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 958 Euro pro Monat zur Verfügung haben. 958 Euro im Monat, das ist nicht viel. Umso überraschender ist es, dass in 15 Jahren jede fünfte Rentnerin damit zurechtkommen muss. Wenn das so weiter geht in 30 Jahren jede vierte Frau oder jeder vierte Mann. Die Altersarmut betrifft durchaus auch Männer.

    Natürlich kann die Berechnung deiner Rentenlücke jetzt nur eine Annäherung sein. Zu viele Unbekannte wie dein zukünftiges Erwerbsleben oder politische Entscheidungen sind Teil der Gleichung. Aber du bekommst schon einen ersten Hinweis darauf, was dich später erwartet, wenn du die Rentenlücke jetzt berechnest.

    Diesen Artikel bequem hören im Meine Mäuse Podcast

    Du kannst den Artikel auch bequem hören bei „Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie“. Hier kannst du hören, wie mein Finanzbloggerkollege Nico und ich für das Alter vorsorgen.

    Wie viel Rente bekommst du?

    Zu Beginn machen wir Kasse und addieren, wie viel voraussichtlich von der staatlichen, staatlich geförderten und privaten Altersvorsorge pro Monat überwiesen wird. Aber Achtung: Alle Beträge sind brutto. Kläre noch dein Rentenkonto, um Lücken im Versicherungsverlauf zu füllen und so mehr Geld zu erhalten.

    Steuern und Sozialabgaben sowie die Krankenversicherung müssen noch von der Rente abgezogen werden. Du kannst mit ca. 20 % an Abzügen rechnen. Ich gehe hier davon aus, dass du jetzt um die 2.500 Euro brutto pro Monat verdienst und 40 Jahre gearbeitet hast inklusive der Elternzeit. Das setzt voraus, dass du pro Kind nicht mehr als 3 Jahre Elternzeit genommen hast.

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    Die Rente der deutschen Rentenversicherung bzw. der Rürup-Rente

    Wenn du bei der deutschen Rentenversicherung einzahlst, erhältst du jedes Jahr einen Rentenbescheid. Hier siehst du einen Betrag neben: „Höhe der zukünftigen Regelaltersrente“. Hier steht, wie hoch deine monatliche Rente bist zu deinem Ableben ist, wenn du bist zum Renteneintrittsalter soviel einzahlst wie im Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

    Interessant sind auch die Beträge bei einer jährlichen Anpassung von 1 % oder 2 %. Die monatliche Rente steigt Jahr für Jahr, denn sie wird berechnet auf Basis des Durchschnittseinkommens aller Deutschen. Auch dieses wird steigen. Doch selbst die deutsche Rentenversicherung kann nicht sagen, wie hoch deine Beträge in ferner Zukunft sein werden, darum gibt sie dir zwei Wahlmöglichkeiten. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, nimm den Betrag dazwischen an, also 1,5 %.

    Erhältst du eine monatliche Regelaltersrente von brutto 1.016,30 Euro, sind das bei 1,5 % jährlichen Anpassungssatz schon 1.230 Euro. Abzüglich der Steuern macht das Netto 984 Euro jeden Monat. Das ist schon an der Grenze zur Altersarmut.

    Der Rentenlücken-Rechner vom Bundesverband für Investment und Asset Management e.V. hilft dir, deine Rentenlücke mit dem Bescheid der deutschen Rentenversicherung oder auf Basis deines geschätzten letzten Gehalts zu berechnen.

    Eine zusätzliche, staatlich geförderte Altersvorsorge

    Falls dein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge für dich getroffen hat, dann wird es Zeit nachzusehen, wie hoch die Beträge voraussichtlich pro Monat in der Rente sein werden. Vielleicht hast du auch eine private und staatlich geförderte Altersvorsorge wie Riester, Rürup oder eine kapitalgebundene Lebensversicherung abgeschlossen. Sieh in den Verträgen nach, wie hoch die garantierte monatliche Rente bei diesen Vorsorgeprodukten sein wird. Achtung, auch dieses Geld ist brutto, du musst also noch mindestens 20 % abziehen, um auf den verfügbaren Betrag zu kommen. Addiere den Betrag zur gesetzlichen Rente.

    Wie du die Rentenlücke berechnen kannst

    Am besten ist, du führst ein Haushaltsbuch und kennst deine monatlichen Ausgaben. Nehmen wir an, du benötigst pro Monat rund 1.600 Euro, um über die Runden zu kommen. Dann fehlen dir:

    + 984 Euro staatliche Rente
    + 300 Euro staatlich geförderte Altersvorsorge
    – 1.600 Euro Ausgaben
    =
    – 316 Euro Rentenlücke.

    Doch nicht so schnell! Vergiss nicht den Kaufkraftverlust. Die 1.600 Euro pro Monat, die du jetzt brauchst, sind in 30 Jahren viel weniger Wert. Hier ein Screenshot von zinseszinsen.de, der dir den Kaufkraftverlust über so eine lange Zeit verdeutlicht.

    Inflationsrechner

    Oben tippst du den Betrag ein, den du pro Monat brauchst. In unserem Fall 1.600 Euro. Mit einer prognostizierten Inflationsrate von 2 % bist du wohl ganz gut dabei. Der Zeitraum sind die Jahre, die du noch bis zur Rente vor dir hast. Eine Frau, die 37 Jahre alt ist, hat voraussichtlich noch 30 Jahre bis zur Rente.

    Die 1.600 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch 883 Euro wert. Du brauchst als mindestens 2.898 Euro in 30 Jahren für einen ähnlich hohen Lebensstandard wie heute. Deine Rentenlücke ist also:

    + 984 Euro staatliche Rente
    + 300 Euro staatlich geförderte Altersvorsorge
    – 2.898 Euro Ausgaben
    =
    – 1.614 Euro Rentenlücke pro Monat

    Der Kaufkraftverlust haut ordentlich rein. Anders kann ich es wohl nicht ausdrücken. Die 1.614 Euro pro Monat sind deine wahre Rentenlücke inklusive Inflation. Mal angenommen, du benötigst 20 Jahre lang – bis zu deinem Ableben im Alter von 87 Jahren – jeden Monat 1.614 Euro zusätzlich, sind das gesamt 387.360 Euro, die du bis zur Rente gespart haben solltest.

    So ein großer Betrag erscheint fast unmöglich zu besitzen. Mit der richtigen Geldanlage und einer einfachen Faustregel könnte es jedoch klappen.

    Fazit:

    Deine Rentenlücke ist der Betrag, den du noch brauchst, um deine Lebenskosten im Alter zu decken. Die staatliche Rente wird dafür sehr wahrscheinlich nicht reichen, daher müssen wir privat vorsorgen. Besonders Mütter sind betroffen von einer hohen Rentenlücke, da sie zumeist unbezahlt die Kinder versorgen oder lange in Teilzeit arbeiten. Je früher du dich mit deiner Rentenlücke auseinandersetzt, umso besser. Denn dann hast du noch Zeit zu sparen und dein Geld klug anzulegen.


    Kennst du deine Rentenlücke schon? Über deinen Kommentar freue ich mich sehr.

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