So wird dein Kind ein Frugalist

So lernt dein Kind einen guten Umgang mit Geld

Fast alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder später einmal mit Geld umgehen können und ein finanziell sorgenfreies Leben führen. Zentral dafür ist es, sich nicht für Luxusgegenstände zu verschulden. Es ist also sinnvoll, dass die Ausgaben nicht höher sind als die Einnahmen. Nur wie kann man den Grundstein dafür schon heute legen?

Es liegt nahe, den Kleinen schon jetzt zu zeigen wie das ist, mit wenig Geld auszukommen. Schließlich schult diese Erfahrung fürs Leben. Der Sohn oder die Tochter lernt, dass Glück nicht von Dingen abhängig ist, sondern von Erlebnissen mit Freunden oder der Familie. Das schönste Spielzeug ist wertlos, wenn keiner mit einem spielt. Das ist einer der Kernaussagen der Frugalisten – bewusster konsum ohne Verzicht. Für mehr Lebensfreude.

Oder bewirkt genau das, also ein nicht gestilltes Bedürfnis nach Konsum, eher das Gegenteil: Sobald das Kind volljährig ist, nimmt es zahlreiche Kredite auf für den neuesten Flachbildfernseher oder das schickste Smartphone. Einfach nur, um mal zu spüren wie das ist, so ein Luxusgegenstand zu kaufen.

Natürlich ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Jeder kennt aus dem Bekanntenkreis oder aus eigener Erfahrung Beispiele, die entweder die eine Theorie stützen oder die andere. Trotzdem lohnt es sich, darüber nachzudenken.


Die besten Tipps kostenlos per Mail:


Auf der Suche nach dem rechten Maß

Dabei ist es wohl am besten, von der Theorie in die Praxis zu wechseln. Gibt es noch andere Themen, die eine ähnliche Herangehensweise erfordern wie bei der Erziehung in zu einem bewussten Umgang mit Geld, bei denen die Antwort einfacher erscheint?

Ja! Denn wir als Familie suchen ständig nach einem Weg nach dem rechten Maß. Nehmen wir das Fernsehen: Meine Kinder lieben es, Videos zu gucken. Wie lange? Das ist ja abhängig vom Alter. Bei uns ist die magische Grenze eine halbe Stunde. Wir sehen, dass unsere Kinder nach dieser Zeitspanne sehr unruhig werden. Sollten wir Eltern trotzdem zu spät das Smartphone oder den Fernsehschirm abschalten, verzweifeln wir an Kindern, die sich kaum bewegt haben, mies gelaunt sind und weinen, weil sie nicht noch länger schauen dürfen.

Anderes Beispiel: Schokolade. Unsere Kinder bekommen Süßes, nur nicht gerade direkt vor dem Mittagessen. Denn dann würden sie zu wenig gehaltvolles essen. Der Ausflug am Nachmittag wäre eine Tortur. Schokolade hält nicht lange satt und mit Tränen in den Augen vor Hunger lässt sich kein schöner Nachmittagsspaziergang machen.

Sowohl Schokolade als auch Fernsehen sind Beispiele für die Notwendigkeit, Maß zu halten, um als Familie überhaupt zu funktionieren.

Dabei wird nicht der Fernsehkonsum reglementiert, damit unsere Kinder später mal keine TV-Junkies werden. Das wäre zu abstrakt. Wir versuchen das Fernsehen einzuschränken, damit wir als Familie besser durch den Tag kommen.

Aus demselben Grund gibt es nicht dauernd Schokolade: Nicht weil unsere Kinder zu dick wären oder wir befürchten, dass sie sich als Erwachsene nur noch von Süßem ernähren. Nein, weil wir heute gerne den Ausflug mit ihnen machen würden. Und das klappt nur mit einer ordentlichen Nahrungsaufnahme davor.

Vielleicht kann man es mit den Finanzen und dem Konsum ähnlich sehen. Wir kaufen unseren Kindern manchmal, aber nicht bei jedem Supermarktbesuch Spielzeug, denn das würde uns als Familie einfach zu viel kosten. Lieber erkläre ich unseren Kleinen unser Budget und wofür wir es als Familie ausgeben. Oder finde Wege den Impuls unserer Kinder, etwas unbedingt haben zu wollen, umzuleiten. Das hauptsächlich, weil uns als Eltern ein bewusster Umgang mit Geld wichtig ist und wir etwas Sparen wollen.

Ob unsere Kinder später einmal genau den gleichen, sparsamen Weg einschlagen werden, bleibt offen. Im jetzt können wir als Familie aber nur so handeln.

Was wird bleiben von den Werten, die wir vermittelt haben?

Somit ist es durchaus möglich, dass sich unsere Kinder als junge Erwachsene aus Protest nur noch von Schokolade ernähren, den ganzen Tag fernsehen und sich verschulden. Was für eine Vorstellung!

Es liegt dann nicht mehr in unserer Hand. Ein schönes Zitat von Khalil Griban über Kinder besagt: Du kannst ihnen deine Liebe geben, aber nicht deine Gedanken; denn sie haben ihre eigenen Gedanken. 

Wenn sie also die dritte Mahnung für die Rückzahlung der Handyrechnung ungesehen in den Mülleimer werfen, bleibt uns zumindest ein Trost: Sie haben in ihrer Kindheit einmal erfahren, dass beständiges Glück im Maß halten liegt und erinnern sich vielleicht daran, wie gut sich das anfühlt.


Welche Werte sind euch bei der Erziehung besonders wichtig?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.