Geld anlegen für Kinder

Wie du sinnvoll Geld anlegen kannst für Kinder

Einer der häufigsten Fragen, die sich sowohl Eltern als auch nahe Verwandte zum Thema Geld stellen, ist: Welche Geldanlage ist für Kinder am besten geeignet? Viele Beteiligte wollen dazu ihre Ideen mit einbringen. Die Meinungen sind oft sehr unterschiedlich.

Was noch vor zehn Jahren die wohl klügste Entscheidung in Sachen Geldanlage war, ist es nicht mehr heute. Vielleicht ist auch bei dir die ältere Generation noch stark beeinflusst von dem Finanzwissen, das noch vor 10 oder 20 Jahren. Diese vermeintlich noch gültigen Tipps wie Bausparvertrag oder Ausbildungsversicherung geben sie weiter an die nächste Generation. Doch ist das wirklich die beste Vorgehensweise?

Geld anlegen auf dem Sparbuch und die Zinsen

Die Finanzwelt ändert sich einfach zu schnell. Was damals sicher richtig war, ist es heute nicht mehr. Die Zinsen am Sparbuch, beim Bausparvertrag oder am Festgeldkonto sind schon seit Jahren unter einem 1 % pro Jahr. Bei allen Zinsen unter 2 % pro Jahr entwertet der Kaufkraftverlust das gesparte Geld. Es sieht derzeit nicht so aus, als ob sich daran etwas ändern würde.

Zudem verlangen viele Finanzprodukte wie Bausparverträge hohe Gebühren. Diese müssen Finanzdienstleister seit 2019 transparent ausweisen. Das ist gut so. So sehen wir Konsument sofort, ob sich ein Investment überhaupt lohnt.


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Geld anlegen für Kinder oder lieber eine Versicherung abschließen?

Als Familie sicherst du dich üblicherweise gegen Einkommensausfälle oder gegen finanzielle Zusatzbelastungen ab, die deine Existenz bedrohen könnten. Dafür sich Versicherungen auch sehr sinnvoll..

Eine Invaliditätsversicherung ist beispielsweise anzuraten, wenn die Familie auf zwei Verdiener angewiesen ist. Eine Risikolebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung fallen auch in die Kategorie „Einkommensausfall absichern“.

Privathaftpflichtversicherungen für die Familie sind sehr zu empfehlen, um vor finanziellen Zusatzbelastungen geschützt zu werden. Schließlich haften wir mit unserem Privatvermögen für Schäden, die wir oder unsere Kinder verursachen. Beachte dabei, dass sie auch Schäden abdeckt werden von Kindern unter 7 Jahren, also deliktunfähigen Kindern. Diese Schäden müsstest du zwar nicht zahlen. Doch es ist sehr unangenehm, wenn du bei deinen Nachbarn für einen Schaden, den dein Kleinkind verursacht hat, nicht aufkommst. Manche Versicherungen übernehmen den.

Zu beachten ist nur: Eine Geldanlage sollte nicht mit einem Versicherungspunkt verknüpft werden, wie das beispielsweise bei Ausbildungsversicherungen ist. Auch Experten warnen davor, eine Versicherung mit einer Geldanlage zu kombinieren. Die Gebühren sind hoch und der Zugriff auf das Geld ist unflexibel.

Geld anlegen für Kinder in ETFs

Vielleicht hast auch du schon etwas von einer Geldanlage in ETFs gehört. Das ist die Anlageform, die ich für meine Kinder gewählt habe. Dabei bildet ein ETF einen bestimmten Index möglichst genau nach. Ein teures Fondsmanagement wie bei aktiv gehandelten Aktienfonds entfällt.

Über einen langen Zeitraum von mindestens 15 Jahren sind Aktien eine sehr gute Wahl. Mithilfe eines ETFs auf den Index MSCI World ACWI (All Country World Index) kannst du Unternehmen aller Länder der Welt einkaufen. Die Diversifikation senkt das Risiko im Vergleich zu Einzelaktien. Eine Rendite von 5 % real, also inklusive Inflation, ist dabei realistisch. Somit schlägst du die Inflation jedes Jahr. Dein Geld oder das Geld deines Kindes wird tatsächlich mehr.

Die Gebühren sind sehr gering. Meistens bewegen sie sich zwischen 0,2 % bis 0,5 % des Anlagevolumens pro Jahr. Trotzdem ist die Rendite im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds gleich gut oder sogar besser. Bisher hat es noch kein Fondsmanager geschafft, über einen längeren Zeitraum von über 15 Jahren einen einfachen Index zu schlagen.

Wahrscheinlich wird es Wirtschaftskrisen geben über die Zeit. Dann bitte nicht verkaufen, selbst wenn sich eure Geldanlage halbieren könnte für kurze Zeit! Über einen Zeithorizont von 15 Jahren gab es in der Vergangenheit noch nie Verluste bei einem breit aufgestellten ETF. Die Anlage eignet sich also perfekt für Kinder. Auch ich sorge so ausschließlich für meine Kinder vor.

Zudem ist sie flexibel. Du kannst jederzeit den monatlichen Sparplan erhöhen oder aussetzen. Um mit ETFs Vermögen aufzubauen ist es jedoch notwendig, diszipliniert jeden Monat zu sparen.

Was bei ETFs zu beachten ist

Wenn du für deine Kinder Geld anlegst, dann wahrscheinlich auch in deren Namen. Dafür musst du ein Depot eröffnen für sie. Das hat steuerliche Vorteile. Sie können dann selbst bestimmen, sobald sie 18 sind, was sie mit dem Geld machen. Das ist auch die Strategie beim ETF-Sparplan für meine Kleinen.

Doch mir ist bewusst, dass sie das Geld auch für eine Weltreise ausgeben könnten. Das sehe ich positiv, meiner Meinung nach bildet reisen. Sie könnten aber auch einen kleinen Neuwagen dafür kaufen. Das ist in meinen Augen nur ein Konsumgut. Doch es bleibt ihre Entscheidung. Da habe ich nichts mehr zu melden.

Auch Kinder haben Steuerfreibeträge bei der Geldanlage, die du jedes Jahr für Gewinne, Zinsen oder Dividendenerträge nutzen kannst – derzeit je Kind 801 EUR Ertrag pro Jahr. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung kannst du sogar mehr als 10.000 Euro steuerfrei für dein Kind erwirtschaften.

Wichtig zu wissen: Der Gewinn von Aktien wird erst in dem Moment versteuert, in dem du oder dein Kind den ETF verkauft.

Kinder dürfen nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung der Eltern mitversichert sein, wenn ihre Einkünfte 445 Euro pro Monat nicht über­schreiten. Das entspricht einem ETF, der bis zum Verkauf mehr als 5.340 Euro an Gewinn erwirtschaftet hat. Wenn du siehst, dass sich das Investment derartig gut entwickelt, dann ist es eine gute Idee, den ETF zu verkaufen und neu zu kaufen, bevor du es deinem Kind zur Volljährigkeit schenkst. Somit übergibst du ein steuer bereinigtes Depot beim 18. Geburtstag.

Das Bafög könnte später bei Studienbeginn reduziert werden oder ganz ausfallen, wenn dein Kind mehr als 7.500 EUR besitzt.

Fazit:

Bei den derzeit niedrigen Zinsen und der Geldentwertung (Inflation) bedeutet das Sparen auf Tagesgeld oder Festgeld einen Geldverlust. Für deine Situation könnte das vielleicht trotzdem die bessere Lösung sein. Vor allem, wenn dein Kind zum Beispiel schon älter ist und du nur noch wenige Jahre Zeit hast. Die Wirtschaft könnte innerhalb von wenigen Jahren immer in eine Krise rutschen. Ärgerlich, wenn du gerade dann die Aktien verkaufen musst. Ist für dich ein längerer Anlagezeitraum ab ca. 15 Jahren möglich, dann sind Aktien, ETFs oder Fonds einfach die lukrativste und somit klügste Wahl der Geldanlage für Kinder. Ein ETF, zum Beispiel auf den Index MSCI World, ist breit gestreut und im Durchschnitt rentabler und weniger riskant als Einzelaktien. Dabei hat er niedrigere Gebühren als ein Fonds.

Kombiniere am besten keine Versicherung mit einer Geldanlage, wie beispielsweise bei der Ausbildungsversicherung. Das bedeutet zumeist nur hohe Gebühren und einen unflexiblen Sparplan.

Für welche Geldanlage hast du dich entschieden? Warum hast du diesen Weg gewählt? Über dein Kommentar freue ich mich schon sehr.

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