Beitrag eine Krise wird nicht kleiner

Die Krise wird nicht kleiner, wenn man sie teilt

Beispiellos. Ohnegleichen. Noch nie dagewesen. Aber auch: Neuartig. Innovativ. Das sind die Worte, die uns zu den Geschehnissen rund um die Corona-Krise in den Sinn kommen. Sie belegen die Tatsache, dass sich in Deutschland seit März 2020 vieles verändert hat. Nicht nur das Finanzwesen und die Wirtschaft waren betroffen von dem Virus, sondern auch sehr sensible Bereiche. Selbst unser Familienleben wurde berührt. Um den Krankheitserreger zu bekämpfen, wurden Grundgesetze eingeschränkt, die wir als selbstverständlich angesehen haben.

Die Krise hat jeden betroffen

Besonders eindrücklich rund um Corona im März 2020 war, dass diese Krise sogar unser aller Miteinander verändert hat. Seltsam fremd scheinen die Fotos des Musikfestivals vom letzten Jahr. Die Bilder wirken wie aus der Zeit gefallen. Der Kinobesuch heute lässt sich nicht mehr so unbeschwert genießen wie früher. Wird dieses Kulturgut weiterbestehen?

Vor allem Familien bekamen Auswirkungen von Corona zu spüren. Eltern, die von zu Hause aus arbeiten konnten und gleichzeitig für Ihre Kinder Erzieher und Lehrer waren, ächzten zu Recht unter die Doppel- und Dreifachbelastung.

Die Börse hat eine rasante Talfahrt erlebt wie seit vielen Jahren nicht mehr. In kürzester Zeit stürzte der Index MSCI World um über 30 % ein. Investoren, die zum Zeitpunkt verkauft haben in der Befürchtung, es geht noch weiter bergab, sahen wie sich der Index in kürzester Zeit erholte. Niemand konnte das vorhersehen.

Doch auch unser Einkommen hat sich geändert. Ein großer Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung war und ist in Kurzarbeit. Sie alle müssen mit weniger Geld zurechtkommen im Alltag. Gerade der Begriff „weniger Geld“ wurde im März sehr oft gesucht. Beim Zurückzahlen von Krediten, deren Tilgung auf Kante genäht ist, wird einigen unangenehm bewusst: Es läuft nicht immer alles nach Plan.

Die Krise hat viele verändert

Viele Väter haben mehr Aufgaben im Haushalt übernommen und mehr Zeit mit Ihren Kindern verbracht. Manche Familien haben sich eingerichtet in die neue Lebensweise und genießen die neue Aufgabenverteilung.

Das erhöhte Interesse am Finanzgeschehen ist auffällig. Neulinge tummeln sich seit der Corona-Krise auf dem Börsenparkett. Trading Apps wie Robinhood in den USA freuen sich über die gestiegene Nachfrage. Ihre Zielgruppe ist insbesondere junge Männer. Bei diesen ist die Börse regelrecht ein Trendthema. Aber auch ein immer größerer Anteil der Bevölkerung Deutschlands hat ein neues Hobby entdeckt: die Aktien! Das ist eine schöne Entwicklung. Denn vor allem hierzulande war die Aktienquote zu gering, um vernünftig für das Alter vorzusorgen oder das Vermögen zumindest zu halten.

Der Immobilienboom, der schon seit über zehn Jahren andauert, wurde vorerst nicht beendet. Bei der häufigen Kurzarbeit und der Krisenstimmung fragen jedoch Banken häufiger nach Sicherheiten wie hohem Eigenkapital.

Wohin geht die Reise?

Vielleicht entschließen sich jetzt mehr Väter, ihre Zeit mit den Kindern zu verbringen. Nur 6% der erwerbstätigen Männer arbeiten in Teilzeit, jedoch 66 % der Frauen. Warum nicht die Teilzeit teilen? Es könnte der erste Schritt hin zu einer finanziell unabhängigen Partnerschaft sein, wenn die Mütter das auch so wollen.

Bleiben die Börsenneulinge alle am Ball, wenn die Kurse über viele Jahre hinweg einbrechen? Werden Sie verkaufen, wenn ein erneuter Kurssturz droht? Das wäre fatal für die Vermögensbildung. Doch der erste, wichtige Schritt zu Aktien ist getan. Das kann andere inspirieren.

Familien träumen nach wie vor vom Eigenheim. Nach dem Immobilienboom in den Großstädten müssen viele angehende Käufer 20 oder 25 Jahre lang einen Kredit bedienen. Es ist nur vernünftig, bei so langen Laufzeiten Krisen mit einzuberechnen, damit der Traum nicht unverhofft platzt.

Für viele ist ein sparsames Leben nicht nur ein Zwang während der Kurzarbeit, sondern eine bewusste Entscheidung. Mehr und mehr Leuten ist der Konsum ohne Sinn und Verstand zuwider. Gerade diese Lebenseinstellung hilft, Ressourcen und unsere Umwelt zu schonen. Mit einem finanziellen Polster fällt man auch nicht so hart, sollte die Krise in die zweite Runde gehen.

Schlussendlich ist jede Krise eine Bewährungsprobe. Was hat wirklich Bestand und was ist nur Beiwerk, auf das wir verzichten können? Unser Finanzwissen ist wichtig wie eh und je. Die Krise erlaubt uns aber auch eine Rückbesinnung auf das Wesentliche: Unsere Familie, unsere Freunde, unser Partner oder einfach alle, die wir lieben. Wenn wir mit Geld richtig umgehen können, ist es möglich, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.

Was waren oder sind deine größten Herausforderungen während der Corona-Krise?

Dieser Artikel erscheint auch für den Finanzblogaward 2020.

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