Aufschieberitis

Aufschieberitis: 7 Gründe dafür und was du dagegen tun kannst

Aufschieberitis klingt wie eine Krankheit. Wenn das stimmt, sind ziemlich viele Menschen betroffen. Denn wer kennt das nicht? Das Geschirr türmt sich in der Spüle, der Wäscheberg wächst und die To-Do-Liste in der Arbeit wird immer länger. Aber alles heute erledigen? Morgen ist doch auch noch ein Tag!

Folgende 7 Symptome sind typisch für Aufschieberitis. Wenn du sie rechtzeitig erkennst, wirst du ab sofort Aufgaben, die dir wichtig sind, zügig erledigen. Etwas Selbstkenntnis und Aufmerksamkeit sind wohl die beste Medikation gegen dieses weit verbreitete Problem.

Du kannst dich nicht entscheiden

Grundsätzlich lassen sich 2 Charaktertypen unterscheiden. Zum einen die Maximiererin, die immer die beste Wahl treffen möchte. Sie verbringt Stunden damit, bei Netflix die perfekte Serie für den Abend zu suchen. Bis sie dann abbricht und todmüde ins Bett fällt, ohne auch nur eine Minute geguckt zu haben. Sie vergleicht viel zu lange Preise im Supermarkt und fängt zu spät an, ihre Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat einfach Angst, Fehler zu machen. Maximierer können sich nicht entscheiden und verschieben Wichtiges auf morgen.

Auf der anderen Seite steht die Satisfiziererin. Sie nimmt das Angebot an, das gut genug ist. Sie startet heute informiert mit ihrer Geldanlage in ETFs und hat nicht den Anspruch, von Beginn an alles richtig zu machen. Sie macht, sie tut und lernt dabei.

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Bekannt aus:

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Satisfizierer glücklicher sind als Maximierer. Sie sind sogar wohlhabender, weil sie sparsamer sind! Da hilft nur das Sparen Automatisieren für Maximierer: Am besten am Anfang des Monats den Sparbetrag per Dauerauftrag auf das Depot überweisen.

Du hast Angst vor deinem Erfolg

Angst vor Erfolg? Wer hat denn vor so etwas Angst? Schließlich will doch jeder glücklich, geliebt und kreativ sein!

Da würde uns Gay Hendriks in seinem Bestseller „The Big Leap“* heftig widersprechen. Tatsächlich sabotieren wir unbewusst unsere Beziehung, unsere Karriere, unser Vermögen und sogar unsere Gesundheit, sobald wir einen großartigen Erfolg feiern. Weil wir Glaubenssätze verinnerlicht haben, wie: „Ich bin die glückliche Beziehung nicht wert“. Oder: „Ich darf beruflich nicht erfolgreicher sein als mein Bruder.“

Aus diesem Dilemma gibt es einen Ausweg. Vor allem mit Achtsamkeit können wir diese schädlichen Denkmuster entdecken und mit positiven Affirmationen lösen.

Du möchtest alles perfekt machen

Bestimmt hast du schon einmal etwas vom Pareto-Prinzip gehört. Es besagt, dass mit 20 % des Aufwands bereit 80 % des Ergebnisses erzielt werden kann. Umgekehrt besagt das Prinzip, dass nur mit einem überaus hohem Arbeitsaufwand von 80 % die letzten 20 % bis zur Perfektion erreicht werden können. Geniale Beispiele für das Pareto-Prinzip im Alltag kannst du hier nachlesen.

Viele spüren einen inneren Drang, nur perfekte Ergebnisse abzuliefern. Warum eigentlich? Nicht jede Aufgabe schreit nach Perfektion. Oft ist die Ursache von Perfektion die Angst vor Abweisung, Fehlern und Misserfolgen.

Wir können hier wohl viel von unseren Kindern lernen. Wie sie laufen lernen, das erste Mal selbst essen oder sich selbst die Schuhe zubinden. Von Perfektion ist das Ergebnis weit entfernt. Aber sie lassen sich davon nicht entmutigen. Ich denke, wir haben auch als Erwachsene noch diesen inneren Drang, etwas selbst zu machen und zu starten. Wir müssen ihn nur wieder entdecken.

Du kannst dich nicht konzentrieren

Es ist weithin bekannt, dass niemand gut im Multi-Tasking ist. Unser Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Im Übrigen gilt das auch für Frauen, auch wenn einige populäre Studien das Gegenteil beweisen wollten. Mittlerweile ist das aber widerlegt.

Gleichzeitig an einer Video-Konferenz teilnehmen und eine E-Mail schreiben klappt nicht. Du wirst dich kaum erinnern an das Gesagte und viele Tippfehler in die E-Mail einbauen. Die Aufgaben wirst du besser und in kürzerer Zeit ausführen, wenn du sie hintereinander erledigst.

Wenn also wieder besonders viel ansteht, dann nimm dir eine Aufgabe nach der anderen vor. Du wirst erstaunt sein, wie gut das von der Hand geht.

Du gehst in die falsche Richtung

Simon Sinek berichtet von seiner Zeit als leitender Angestellter. Er wusste zwar genau, was er tat und wie er es tat. Doch Simon hatte keine Ahnung davon, warum er es tat. So war der Gute den ganzen Tag beschäftigt mit Aufgaben, die nicht wirklich zu dem Grund passten, warum er existiert. Das raubt Energie. Dabei fällt so vieles leichter, wenn du dein „Warum“ kennst. In seinem Buch „Frag immer erst Warum“* spricht er über seine Entdeckungsreise.

Das „Warum“ ist tatsächlich schwer zu fassen. Es ist aber durchaus wert, sich darüber Gedanken zu machen. Denn hast du deine Mission einmal entdeckt, wird dir Aufschieberitis fremd sein. Du kennst deinen inneren Kompass, der dich in die richtige Richtung leitet. Das gibt Energie und Disziplin, selbst die größten Herausforderungen zu meistern.

Du lässt dir ein Hintertürchen offen

Es ist der „Snooze“-Knopf am Wecker. Oder die Wörtchen „versuchen“, „möchte“, „würde“ und „könnte“, die jede Aussage etwas kleiner machen. Überall verstecken wir Hintertürchen, durch die wir im Ernstfall fliehen können. Das ist sehr bequem, nur leider auch sehr ineffektiv. Jeder Vorsatz, jedes Ziel wird durch so ein Hintertürchen kleiner. Lasse sie konsequent weg. Sie wirken harmlos zu Beginn, doch tatsächlich verhindern sie wahres Wachstum.

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Bekannt aus:

Du nimmst dir zu viel vor

Ambitionen sind etwas Großartiges. Doch zu viel davon, kann nach hinten losgehen. Vor allem haben Eltern während Corona gelernt, dass sie nicht alles auf einmal erledigen können: Arbeiten, Kinderbetreuung und Haushalt gleichzeitig erledigen ist einfach viel zu viel. Jede zusätzliche Aufgabe konnte das fragile System zum Einsturz bringen.

Manchmal ist ein Tag auch gut, wenn wir das Nötigste geschafft haben und alle Heile geblieben sind.

Es gibt einfach Zeiten, da geht alles schnell von der Hand und Tage, da braucht man Stunden für ein paar To Dos. Erlaube es dir, dann auch kürzer zu treten. Du wirst dann die produktive Zeit bewusst wertschätzen.

Selbsttest Aufschieberitis

Eines noch: die Süddeutsche Zeitung hat einen empfehlenswerten Persönlichkeitstest. Damit findest du heraus, ob du betroffen bist oder nicht.

Fazit Aufschieberitis:

Auch wenn Aufschieberitis nach einer fiesen Krankheit klingt: Sie ist heilbar! Mach dir dafür deine Glaubenssätze und inneren Blockaden bewusst. Vielleicht versuchst du gerade, deinen eigenen Erfolg zu sabotieren oder strebst nach Perfektion? Oder du hast dein „Warum“ noch nicht gefunden und lässt dir zu viele Hintertürchen offen. Es gibt zahlreiche Gründe für hartnäckige Auschieberitis. Und ein einmalig gutes Medikament dagegen: Aufmerksamkeit. Welche Gedanken hast du, wenn du wieder eine Aufgabe verschiebst? Es lohnt sich, diese auch mal in Frage zu stellen. Wir müssen nicht alles glauben, was wir denken.

Was ist dein häufigster Grund für Aufschieberitis? Schreib es mir in die Kommentare! Darüber freue ich mich!

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