Asset Allocation ETF einfach erklärt mit Beispielen

Die Asset Allocation ist die Aufteilung deines Vermögens in verschiedene Assets. Sie wird auch Vermögensaufteilung genannt. Unter einem Asset versteht die Finanzwelt Vermögenswerte mit ähnlicher Risiko-Rendite-Erwartung. Die bekanntesten Assets sind Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und Geldvermögen.

Warum ist eine Asset Allocation so wichtig?

Tatsächlich hat die Asset Allocation den größten Effekt auf deine Vermögensbildung. Sie ist eine strategische Entscheidung, die jede Investorin auf Basis ihrer Risikokapazität selbst treffen muss.

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Dabei ist es möglich, dass du deine Strategie nach Jahren und Jahrzehnten wieder änderst. So könntest du beispielsweise den Aktienanteil einige Jahre vor der Rente schrittweise reduzieren. Dadurch schwankt dein Vermögen nicht mehr so sehr und es wird berechenbarer.

Ganz generell lässt sich aber sagen, dass du als langfristige Buy-and-Hold Investorin bei deiner Strategie bleiben solltest, um Steuern und Gebühren durch häufiges Kaufen und Verkaufen zu vermeiden.

Was versteht man unter Asset Allocation?

Zuerst ist es wichtig, den Unterschied zu kennen zwischen einer Asset Allocation und einem Portfolio. Während die Asset Allocation eine Vogelperspektive einnimmt über all deine Assets, bildet das Portfolio die Aufteilung innerhalb eines Assets ab. Hier siehst du zum Beispiel pflegeleichte ETF-Portfolios des Assets Aktien.

Die Asset Allocation unterteilt sich in die Level-1-Allocation (Aufteilung in risikoarme Assets und risikobehaftete Assets) und in die Level-2-Allocation (Aufteilung innerhalb der risikobehafteten Assets).

Level 1 Asset Allocation: Aufteilung in risikoarme und risikobehaftete Assets

Risikobehaftete Assets helfen, dein Vermögen aufzubauen, risikoarme Assets wirken eher wie ein Stabilisator. Sie verlieren zwar kontinuierlich an Wert durch die Inflation, sie schwanken aber nicht so stark. Der Notgroschen sollte niemals Teil einer Asset Allocation sein.

Je höher der Anteil von risikobehafteten Assets ist, desto mehr Vermögen wirst du aufbauen. Doch du musst dann auch heftige Kursrückschläge oder eine stark schwankende Entwicklung aushalten.

Level 2 Asset Allocation: Aufteilung der risikobehafteten Assets

In der Theorie gilt, dass die Diversifikation der Level-2-Allocation mehr Stabilität in das Portfolio bringt. Warum? Assets korrelieren unterschiedlich stark miteinander, sie entwickeln sich also nicht im Gleichschritt. So lässt sich nachweisen, dass Immobilien schwach korrelieren mit Aktien. Das bedeutet, wenn Aktienkurse fallen, bleiben Immobilienwerte stabil oder sind nur leicht rückläufig.

Auch beim Rohstoff Gold sind einige Investorinnen überzeugt, dass der Goldpreis steigt in Wirtschaftskrisen. So eine schwache oder gar negative Korrelation ist gewünscht, dann schwankt das Gesamtvermögen weniger.

Leider ist eine Kombination von schwach korrelierenden Assets nicht einfach. Die Korrelation kann sich über die Zeit ändern und selbst wenn ein Asset schwach korreliert mit einem anderen, sollte es dennoch Rendite erwirtschaften. Der Rohstoff Gold korreliert zwar schwach mit anderen Assets, ist jedoch auch nicht sehr rentabel. Viele bezweifeln, dass Gold überhaupt Teil einer Asset Allocation sein sollte, wenn du allein auf die Rendite achtest.

Wie hoch darf der risikobehaftete Anteil am Vermögen sein?

Bei den risikobehafteten Assets sind Aktien die rentabelsten, das zeigen Auswertungen über die letzten 150 Jahre. Mit ETFs kannst du kostengünstig und breit diversifiziert schon mit kleinen Beträgen Aktien kaufen. Allein die Diversifikation über viele Länder und Unternehmen macht dein Investment stabiler. Trotzdem ist die Wertschwankung dieses Assets enorm.

Aus diesem Grund mischen Investoren risikoarme Assets bei wie Anleihen aus Staaten mit höchster Bonität ohne Wechselkursrisiko. Privatanlegerinnen setzen eher auf Barvermögen bei Tagesgeld- und Festgeldkonten bis zur gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro (bei Sitz der Bank in Deutschland). Diese Konten sind einfacher in der Abwicklung.

Eine alte Vermögensberaterweisheit besagt, dass der Aktien bzw. Aktien-ETF-Anteil nicht höher sein sollte als diese einfache Daumenregel:

Aktienquote = 100 – Lebensalter

Bist du gerade 40, dann sollte dein Aktienanteil nicht höher sein als 60 %. Der Rest wird dann auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto geparkt. Meiner Meinung nach ist diese Weisheit eine gute Orientierung, doch sie greift zu kurz.

Vielmehr kommt es an auf…

  • … deine wirtschaftliche Tragfähigkeit (Höhe des Haushaltseinkommens; sind Kinder von dir finanziell abhängig; wie sicher ist dein Job)

  • … die Notwendigkeit, ein Risiko einzugehen (wie viele Jahre hast du noch, um dein finanzielles Ziel zu erreichen?)

  • … deine emotionale Risikotoleranz (Wie verhältst du dich bei Kursrückgängen über mehrere Jahre?)

Eine gute Hilfe, um deine persönliche Risikokapazität zu bestimmen, ist der Test von Extraetf.

Der Finanzexperte Andreas Beck empfiehlt aus psychologischen Gründen, einen Anteil von 20 % an risikoarmen Assets zu besitzen. Dann könntest du bei einem Aktiencrash neue Anteile nachkaufen und so dem Kursverfall doch noch etwas Gutes abgewinnen.

Rein aus Sicht der Renditeoptimierung ist das Vorgehen bei einem breit diversifizierten ETF-Weltportfolio nicht notwendig. Hier gilt es, durchgehend investiert bleiben. Doch vielen Investorinnen verhilft die Strategie mit dem Nachkauf zu mehr Seelenfrieden.

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Beispiele für eine Asset Allocation mit ETF

Eine Asset Allocation mit einem hohen risikobehafteten Anteil an Aktien-ETFs ist also besonders rentabel, doch nichts für schwache Nerven. Hier siehst du eine bewährte Asset Allocation mit ETF und Geldvermögen als Anker und Ausgleich.

Eine Investorin, die besonders viel Wert auf eine breite Diversifikation legt, könnte zusätzlich in Rohstoffe (nicht nur Gold alleine) und Immobilienaktien investieren:

Für Experimentierfreudige bieten sich Einzelaktien oder Kryptowährungen an. Doch nur, wenn du weißt, dass ein Totalverlust möglich ist. Der Anteil sollte jeweils nicht höher sein als 5 % der gesamten Asset Allocation.

Rebalancing

Rebalancing ist das gezielte Nachkaufen von Assets, wenn sich die einmal gewählte Asset Allocation über die Zeit verändert hat. Rebalancing dient in erster Linie dem Risikomanagement und widerspricht nicht dem Buy-and-hold Ansatz. Hast du beispielsweise eine Aufteilung von 70 % ETF und 30 % Festgeldkonto gewählt und nach 5 Jahren ist der Anteil der ETFs dank eines Börsenaufschwungs gestiegen, dann ist die neue Aufteilung womöglich 80 % ETF und 20 % Festgeld. Vielleicht ist dir diese Asset Allocation zu riskant und du möchtest das ursprüngliche Verhältnis wieder herstellen.

Dafür gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Entweder du verkaufst einen Teil des ETF-Vermögens und schichtest es um auf dein Festgeldkonto oder
  2. du stoppst deinen ETF-Sparplan und überweist das Geld stattdessen auf dein Festgeldkonto. (Cash-flow-basiertes Rebalancing)

In der Vermögensaufbauphase bevorzuge ich das Cash-flow-basierte Rebalancing. Erst wenn ich in der Vermögensentnahmephase bin ohne regelmäßiges Arbeitseinkommen, würde ich einen Teilverkauf des ETF-Portfolios erwägen. So bin ich stets stark investiert, um mehr Vermögen aufzubauen.

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Fazit:

Die Asset Allocation hat den mit Abstand größten Einfluss auf deinen Vermögensaufbau. Auch als langfristige Buy-and-Hold Investorin solltest du deine Asset Allocation zu Beginn festlegen. Mit der Zeit kann ein Rebalancing notwendig sein, um das ursprüngliche Verhältnis wieder herzustellen. Wenn du deine persönliche Level-1-Asset Allocation zu bestimmen möchtest, frage dich:

  • wie viel Risiko kann ich aushalten?
  • wie viel Risiko muss ich eingehen, um mein finanzielles Ziel zu erreichen?
  • wie viel Risiko kann ich wirtschaftlich stemmen?

Für die Level-2-Asset Allocation setzt du entweder komplett auf ein ETF -Weltportfolio oder kombinierst es mit Immobilien, Rohstoffen oder Einzelwetten um weiter zu diversifizieren.

Für welche Asset Allocation hast du dich entschieden? Oder bist du noch in Entscheidungsfindung und hast eine Frage? Schreib sie mir in die Kommentare!

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