3-Konten-Modell

Warum das 3-Konten-Modell sinnvoll ist

Vielleicht hast du schon einmal etwas über das 3-Konten-Modell gehört. Diese Art, eure Familienfinanzen zu verwalten, stärkt die finanzielle Unabhängigkeit beider Partner. Denn so können beide über ihre Hälfte des Familieneinkommens verfügen, nachdem die Fixkosten und die gemeinsamen sonstigen Ausgaben abgezogen wurden. Dieses Modell hilft auch beim Geld sparen, doch nur, wenn du einiges beachtest.

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Du kannst diesen Artikel auch bequem im Podcast „Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie“ hören. Mein Finanzbloggerkollege Nico von Finanzglueck.de und ich sprechen über die verschiedenen Kontenmodelle.

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Wie wird das 3-Konten-Modell umgesetzt?

Dabei nutzt du für alle Zahlungseingänge ein gemeinsames Konto. Von diesem Konto buchst du alle Fixkosten wie Miete, Transport, Lebensmittel, Kinderbetreuung und weiteren gemeinsamen Ausgaben wie Kultur- und Restaurantbesuche ab. Was übrig bleibt, wird Ende des Monats geteilt und überwiesen auf die persönlichen Konten. Das Geld kannst du dann sparen und investieren für deine Altersvorsorge. Alternativ könntest du oder dein Partner natürlich auch das Geld ausgeben für persönliche Konsumartikel und Hobbys. Ganz wie es dir oder deinem Partner beliebt. Jeder ist für seinen Teil verantwortlich.

Die Schenkungssteuer und das 3-Konten-Modell

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Die Schenkungssteuer ist ein wichtiger Punkt, den viele vergessen. Die Hälfte der Überweisung eines Partners gilt steuerrechtlich als Schenkung!

PartnerÜberweisung
Partner A11.000 Euro pro Monat
Partner B1.000 Euro pro Monat

Hier schenkt Partner A ihrem Partner B 5.000 Euro pro Monat. (Überweisung Partner A – Überweisung Partner B / 2).

Ab einem Freibetrag von 20.000 Euro über 10 Jahre bei unverheirateten Partnern und 500.000 Euro über 10 Jahre bei verheirateten Partnern verrechnet der Fiskus dafür eine Schenkungssteuer. Bei unverheirateten Partnern ist der Freibetrag schnell erreicht. Aber auch bei Ehepartnern kann das passieren bei einem überdurchschnittlichen, unterschiedlich hohen Einkommen oder dem Verkauf einer geerbten Immobilie.

Falls du die Bezahlung einer Schenkungssteuer vermeiden willst, dann halte vor einer hohen Überweisung schriftlich fest, dass das Geld nur deinem eigenen Vermögensaufbau gilt. Das beweist du dem Fiskus, in dem du dafür beispielsweise ETFs kaufst auf dein eigenes Depot.

Das 3-Konten-Modell mit Kindern

Fast alle Paare haben zu Beginn je ein Girokonto. Viele führen das Kontenmodell auch so weiter. Manchmal geschieht das aus Bequemlichkeit, manchmal um eine gewisse Unabhängigkeit zu bewahren. Sobald jedoch einer deutlich mehr verdient als der andere, wird es schwierig mit einer gerechten Aufteilung. Daher ist es besonders mit Kindern sinnvoll, statt 2 Konten ein gemeinsames Konto zu führen oder ein 3-Konten-Modell zu etablieren. Denn zumeist arbeitet ein Partner weniger, sobald die Kinder da sind. Die Betreuung kann auch Arbeit sein, bezahlt wird sie jedenfalls nicht. Dank dem Gemeinschaftskonto oder dem 3-Konten-Modell ist ein Ausgleich möglich.

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Weitere Vorteile eines 3-Konten-Modells:

  • Wenn ihr ein gemeinsames Konto eröffnet, muss jeder für die Dispo-Schulden des anderen bürgen. Beim 3-Konto-Modell nutzt ihr das gemeinsame Konto nur für eure Einnahmen und Fixkosten. Zumeist wird dieses Konto nicht überzogen.

  • Bist du sparsamer als dein Partner? Dann musst du dich ab sofort nicht mehr ärgern über seine Verschwendungssucht: Du bezahlst nur für die gemeinsamen Fixkosten und gemeinsamen Ausgaben. Was der andere mit seiner Hälfte des Geldes macht nach diesen Ausgaben, bleibt jedem selbst überlassen. Laut Forsa-Studie ist Geld das Streitthema Nummer eins bei Paaren!

  • Es ist möglich, den anderen von seinem Teil des Geldes einzuladen oder ein Geschenk zu kaufen.

  • Nicht jede Ausgabe ist für den anderen ersichtlich. Manche empfinden es als Erleichterung, nicht jede Position zu rechtfertigen und so wieder etwas Selbstständigkeit zu erlangen.

  • Ihr teilt die größten Brocken der Ausgaben, die Fixkosten, miteinander. Ein umständliches Errechnen der Anteile jedes Partners wie zum Beispiel bei getrennten Konten bzw. dem 2-Konten-Modell ist nicht mehr notwendig.

Nachteile eines 3-Konten-Modells:

  • Sollte ein Partner weniger einnehmen, dann trägt dieser anteilig weniger zu den Fixkosten bei. Das empfinden manche als ungerecht.

  • Manchmal interessiert sich ein Partner nicht für die Familienfinanzen sowie für eine kluge Geldanlage oder die Altersvorsorge und möchte möglichst wenig damit zu tun haben. Dann ist es durchwegs sinnvoll, wenn der andere, also zumindest einer, dies übernimmt. Ein gemeinsames Konto bietet sich in dem Fall an.

    Langfristig könnte sich derjenige, der sich nicht für Geld interessiert, fragen, woher diese Einstellung kommt und welche Nachteile diese langfristig haben könnte. Die Scheidungsquote pro Jahr sinkt zwar, doch wird noch immer gut ein Drittel der Ehen geschieden in Deutschland. Gut, wenn jeder weiß, wie es finanziell weitergeht.

  • Nach den Fixkosten und den gemeinsamen Ausgaben wird das Einkommen durch 2 geteilt. Manche empfinden das als nicht gerecht. Vielleicht genau der Partner, der viel mehr verdient als der andere. Denn es bleibt viel weniger für das Investieren und Konsum, wenn er alles teilen muss.

  • Vielleicht hat sich ein Partner bewusst dazu entschieden, einen besonders lukrativen Job anzunehmen. Der andere geht mehr seinen Leidenschaften nach, die nicht so gut bezahlt werden. So empfindet der eine, der mehr verdient, es als doppelt ungerecht. Schließlich muss er oder sie einer ungeliebten Arbeit nachgehen und verdient dafür nicht mehr.

  • Als vermögendes Ehepaar mit stark unterschiedlichem Einkommen oder als lediges Pärchen ist das Kontenmodell nur bedingt zu empfehlen aufgrund der Schenkungssteuer.

Extra-Tipp für das 3-Konten-Modell

Ein kluges Konten-Modell, um die gemeinsamen Familienfinanzen zu strukturieren, hilft die finanzielle Unabhängigkeit jedes Partners zu steigern. Auch hilft es dir dabei, Geld zu sparen. Am besten klappt das, wenn du zu Beginn des Monates automatisch ein Sparplan von deinem persönlichen Konto einrichtest. Schon kleine Beträge können an der Börse investiert werden für deine Altersvorsorge. Bei einer langen Laufzeit und einem diversen Investment mit einem ETF lässt sich so hervorragend für das Alter vorsorgen. Schaffst du es, nur 50 Euro pro Monat über 40 Jahre zu sparen, wirst du wohl mit über 74.000 Euro vor Steuern in deinem Depot in Rente gehen bei einer durchschnittlichen, realen Rendite inklusive Inflation von 5 % p.a.. Das ist über eine so lange Laufzeit durchaus realistisch. Bloß nicht verkaufen zwischendurch, sollten die Aktienkurse auch mal fallen!

Fazit:

Das 3-Konten-Modell in der Familie hilft, damit beide Partner finanziell selbstständig werden. Auch dieses Modell ist nicht perfekt und hat Nachteile. Besonders, wenn sich ein Partner nicht gerecht behandelt fühlt oder nur ein Partner Interesse an Finanzen und der Altersvorsorge hat. Doch ist es besonders mit Kindern eine gute Möglichkeit. Wahrscheinlich hilft es auch, Diskussionen zwischen den Partnern zu vermeiden. Denn ab sofort kann jeder mit seinem Teil des Einkommens, was nach Fixkosten und gemeinsamen zusätzlichen Kosten bleibt, selbst verfügen. Eine Diskussion über die Ausgaben des anderen ersparst du dir.

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Wie hast du die Finanzen geregelt in deiner Familie? Habt ihr gar ein ganz anderes Kontenmodell? In „Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie“ sprechen Nico und ich zum Thema Kontenmodell in der Familie. Hör doch mal rein.

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